Wirtschaftsminister: Slowakei kommt ohne russisches Gas aus

Es sei wahrscheinlich, dass die Slowakei den nächsten Winter auch dann überstehen wird, wenn die russischen Erdgasimporte nach Europa vollständig eingestellt werden, sagte der Wirtschaftsminister des Landes, Karel Hirman.

EURACTIV.sk
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Im Durchschnitt sind die Gasspeicher in der EU derzeit zu etwa 55 Prozent gefüllt. Im Vergleich zum letzten Jahr hat die Slowakei über 20 Prozent des Verbrauchs eingespart, was nicht nur auf den milden Winter, sondern auch auf Sparmaßnahmen seitens der Verbraucher zurückzuführen ist, so Hirman. [Shutterstock/Oleksii Bilyk]

Es sei wahrscheinlich, dass die Slowakei den nächsten Winter auch dann überstehen wird, wenn die russischen Erdgasimporte nach Europa vollständig eingestellt werden, sagte der Wirtschaftsminister des Landes, Karel Hirman.

Grund dafür seien die anhaltenden Bemühungen der slowakischen Gasanbieter, ihre Importe zu diversifizieren. Am Dienstag gab der größte Versorger des Landes, SPP, bekannt, dass er seinen Vertrag mit dem britischen Energieriesen BP, der Gas aus Gasfeldern in der Nordsee in die Slowakei exportiert, bis 2024 verlängert hat.

SPP verlängerte auch seine Zusammenarbeit mit ExxonMobil, um Gas aus dessen weltweitem Portfolio zu beziehen. Mit Shell, ENI und RWE wurden neue Verträge über den Kauf von Erdgas für die Jahre 2023 und 2024 unterzeichnet.

SPP ist derzeit in der Lage, rund 70 Prozent des Verbrauchs seiner Kunden aus nicht-russischen Quellen zu decken. „Im vergangenen Jahr haben wir einen bemerkenswerten Erfolg erzielt, indem wir unsere Gasversorgung in Rekordzeit erheblich diversifiziert haben, sodass wir im Jahr 2022 bereits mehr als 36 Prozent unserer Gasversorgung abdecken können“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Miroslav Kulla.

„Wir konzentrieren uns derzeit nicht nur auf die Heizsaison 2023/2024, sondern auch auf die darauf folgende Heizsaison 2024/2025. Dies ist eine Folge des Angebots- und Nachfragestaus, der sich voraussichtlich erst 2026 mit der Fertigstellung von LNG-Terminals, neuen Regasifizierungsanlagen und der Verbesserung der Erdgastransportinfrastruktur in Europa stabilisieren wird“, fügte Kulla hinzu.

Hirman wies darauf hin, dass auch kleinere slowakische Versorger über erhebliche Reserven in ihren Gasspeichern verfügen. Insgesamt seien die slowakischen Gasreserven nach dem Winter noch zu 60 Prozent gefüllt. „Solche Mengen waren in früheren Jahren üblich, manchmal zu Weihnachten, zu Beginn der Heizsaison“, fügte Hirman hinzu.

Im Durchschnitt sind die Gasspeicher in der EU derzeit zu etwa 55 Prozent gefüllt. Im Vergleich zum letzten Jahr hat die Slowakei über 20 Prozent des Verbrauchs eingespart, was nicht nur auf den milden Winter, sondern auch auf Sparmaßnahmen seitens der Verbraucher zurückzuführen ist, so Hirman.