Zeitbomben in Europas Lebensgefühl
Eine europaweite repräsentative Umfrage mit zum Teil aufsehenerregenden Ergebnissen wird Europas Politiker alarmieren. Griechenland und Italien bilden im Lebensgefühl das Schlusslicht. EURACTIV.de dokumentiert vorab die Kernaussagen.
Eine europaweite repräsentative Umfrage mit zum Teil aufsehenerregenden Ergebnissen wird Europas Politiker alarmieren. Griechenland und Italien bilden im Lebensgefühl das Schlusslicht. EURACTIV.de dokumentiert vorab die Kernaussagen.
Vor dem Hintergrund kritischer Spekulationen über Europas Zukunft – Wird die EU auseinander brechen? Werden die Deutschen die Zahlmeister für andere Staaten sein? Welche Perspektive hat Europa überhaupt noch? – versuchte die Stiftung für Zukunftsfragen in ihrer jüngsten Publikation „United Dreams of Europe“, sich einer positiven Sichtweise auf Europa zuzuwenden.
Mehr als 15.000 Europäer in zehn EU-Staaten sowie in der Schweiz, der Türkei und Russland wurden repräsentativ befragt: Wie sehen die Bürger ihr eigenes Land und Europa? Und fühlen sie sich überhaupt als Europäer?
Das Ergebnis wird Professor Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung, Mitte der kommenden Woche in Berlin vorstellen. Die wichtigsten Ergebnisse wurden EURACTIV.de in Form von Grafiken vorab zur Verfügung gestellt.
Beispiele aus der Erhebung, bei der Dänemark auffallend oft den Spitzenplatz und Griechenland erschreckend oft den letzten Platz einnimmt:
„Früher war vieles im Leben besser.“ Im Europa-Durchschnitt stimmen 44 Prozent dieser Aussage zu. Dramatisch sind jedoch die Extreme: Die Griechen finden zu 87, die Italiener zu 78 Prozent, dass diese pessimistische Feststellung für sie gilt.
Deutschland (40 Prozent) bewegt sich im europäischen Mittelfeld. Am besten scheint es in Österreich und Dänemark zu sein, wo jeweils nur 25 Prozent finden, dass früher alles besser gewesen sei.
„Für 1 Million Euro würde ich bereit sein, ein Jahr früher zu sterben“: Im Europa-Durchschnitt sagen 15 Prozent dazu Ja. Italien führt mit 27 Prozent, Deutschland liegt im Mittelfeld mit 18 Prozent. Am besten schneidet Östereeich ab (7 Prozent).
Alarmierende Antworten zur Aussage „Mein Heimatland ist kinderfreundlich“: Deutschland bildet mit Russland zusammen das Schlusslicht. Dänemark liegt in Führung (86 Prozent). Der Europa-Durchschnitt beträgt 45 Prozent.
Die Angst vor dem Klimawandel ist unterschiedlich stark ausgeprägt. „Mein Heimatland ist ein umweltbewusstes Land“ sagen 41 Prozent im europäischen Durchschnitt. Am schwächsten ist Griechenland mit 30, mit Abstand am besten Däemark mit 80 Prozent. Deutschland liegt mit 58 Prozent Zustimmung überdurchschnittlich.
„Der Klimawandel wird gravierende Veränderungen für mein Heimatland bringen“ sagen europaweit 52 Prozent. Am pessimistischen sehen das wieder die Griechen mit 90 Prozent. Am besten schneiden hier die Niederlande (28) und Österreich (36 Prozent) ab. Deutschland befindet sich haargenau im europäischen Mittelfeld.
Jeder zweite Europäer sieht die zunehmende Bevormundung (etwa durch Gesetze und Vorschriften) durch den Staat kritisch: Am ärgsten abermals die Griechen (77 Prozent), am besten die Türken (21 Prozent). Deutschland liegt im europäischen Mittelfeld (50 Prozent), Österreich ist mit 35 Prozent deutlich besser dran.
„Das Bildungssystem in meinem Land bereitet gut auf die Zukunft vor“ finden im Europadurchschnitt 33 Prozent. Die Dänen (66) und Schweizer (57 Prozent) vertrauen mehrheitlich auf ihr Bildungssystem. Das Schlusslicht bilden auch hier die Griechen: Nur 15 Prozent sind vom eigenen Bildungssystem überzeugt.
Ewald König






