40 Millionen für Brunsbütteler LNG-Terminal: EU gibt grünes Licht
Deutschland hat von der EU grünes Licht für Beihilfen von 40 Millionen Euro für den Bau des landesweiten ersten LNG-Terminals an Land erhalten. So soll russisches Gas ersetzt werden. Allerdings soll das Terminal nur 15 Jahre lang betrieben werden.
Deutschland hat von der EU grünes Licht für Beihilfen von 40 Millionen Euro für den Bau des landesweiten ersten LNG-Terminals an Land erhalten. So soll russisches Gas ersetzt werden. Allerdings soll das Terminal nur 15 Jahre lang betrieben werden.
Als Russland seine Gaslieferungen an Deutschland einstellte, drohte ein Defizit von 50 Milliarden Kubikmetern. Schnell wurden Pläne geschmiedet, sich auf angeliefertes Flüssigerdgas (LNG) zu verlassen. Die Regasifizierung des für den Transport stark gekühlten Gases erfordert spezielle Infrastruktur. Pläne für eine permanente Anlage an der deutschen Küste werden immer konkreter.
Das Terminal in Brunsbüttel wurde erstmals zwei Wochen nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 angekündigt. „Das neue LNG-Terminal in Brunsbüttel wird die Gasversorgung und die Infrastruktur in Deutschland verbessern“, bekräftigte EU-Kommissarin Margrethe Vestager am Donnerstag (27. Juli).
Als Anreiz für den Bau des Terminals erhalten der niederländische Energieversorger Gasunie und der deutsche Energiekonzern RWE insgesamt 40 Millionen Euro in Form einer besonderen Dividendenstruktur.
Das neue Terminal, das ab 2026/27 in Betrieb gehen soll, kann jährlich 10 Milliarden Kubikmeter Gas aufnehmen. Damit würde es etwa ein Fünftel der früheren russischen Gasströme ersetzen.
Die Kosten für das Projekt werden auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt. Rund 50 Prozent der Anteile werden von der deutschen KfW-Bank gehalten, 40 Prozent von Gasunie und 10 Prozent von RWE.
Wenn das Terminal in Betrieb geht, wird es das bestehende schwimmende LNG-Terminal in Brunsbüttel ersetzen und damit auch dessen Regasifizierungskapazität von bis zu 7,5 Milliarden Kubikmetern.
Mit Blick auf das deutsche Klimaneutralitätsziel 2045 hofft die Regierung, dass das Terminal eine grüne Zukunft hat und nicht nach nur 15 Jahren Betrieb stillgelegt werden muss.
„Anlagenteile, die nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand umgerüstet werden können, müssen so geplant und gebaut werden, dass sie spätestens ab 2044 für den Betrieb mit Wasserstoff oder Derivaten genutzt werden können“, betont die Bundesregierung in einer Stellungnahme.
Für die EU war die Vermeidung eines „Lock-in of Gas“ entscheidend, in Brüssel betonten die Behörden, dass das Terminal „nach 15 Jahren Betrieb, spätestens 2043, umgerüstet wird.“
[Bearbeitet von Alice Taylor]