Abschaffung der Handy-Roaminggebühren in EU verzögert sich

Das Europaparlament hatte sich im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, die Roaminggebühren bis Ende 2015 komplett abzuschaffen. Verbraucher müssen auf Reisen ins europäische Ausland allerdings weiterhin mit Zusatzkosten für Handytelefonate rechnen.

Euractiv.de
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Das Europaparlament hatte sich im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, die Roaminggebühren bis Ende 2015 komplett abzuschaffen. Verbraucher müssen auf Reisen ins europäische Ausland allerdings weiterhin mit Zusatzkosten für Handytelefonate rechnen.

Die 28 EU-Mitgliedsstaaten verständigten sich am Mittwoch in Brüssel darauf, dass die sogenannten Roaminggebühren durch einen neuen Preismechanismus begrenzt werden sollen. Bis Mitte 2018 solle die EU-Kommission prüfen, ob weitere Schritte zur völligen Abschaffung der Roaminggebühren nötig seien.

Nach Vorstellung des EU-Rates, in dem die Mitgliedsstaaten vertreten sind, sollen Verbraucher bis zu einer noch nicht festgelegten Obergrenze ohne Zusatzkosten im EU-Ausland telefonieren, SMS verschicken oder im Internet surfen können. Erst oberhalb dieser Grenze sollen Gebühren fällig werden dürfen.

Das Europaparlament hatte sich im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, die Roaminggebühren bis Ende 2015 komplett abzuschaffen. Auch die frühere EU-Kommission hatte sich für ein Ende der Gebühren ausgesprochen.

Der Chef der Liberalen im EU-Parlament, der Belgier Guy Verhofstadt, kritisierte die Haltung des EU-Rats als „äußerst enttäuschend“. Die „einzigen Gewinner“ seien die nationalen Telekommunikationskonzerne; seine Fraktion werde die Vorlage deshalb nicht mittragen, kündigte er an.