Angebliche US-Iranpläne führen zu erneutem Ölpreisanstieg [DE]

Berichten zufolge planen die USA einen Angriff auf Iran, angeblich werde sogar ein Atomschlag in Erwägung gezogen. Die Berichte haben einen Höhenflug der Erdölpreise ausgelöst und lassen die Verhandlungsstrategie der EU zweifelhaft erscheinen.

Berichten zufolge planen die USA einen Angriff auf Iran, angeblich werde sogar ein Atomschlag in Erwägung gezogen. Die Berichte haben einen Höhenflug der Erdölpreise ausgelöst und lassen die Verhandlungsstrategie der EU zweifelhaft erscheinen.

Die US-Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Dan Bartlett, der Präsident Bush nahe steht, sagte: „Die Priorität des Präsidenten ist es, eine diplomatische Lösung für ein Problem zu finden, das die gesamte Welt erkennt, und diejenigen, die breite, definitive Schlussfolgerungen auf Grundlage der üblichen Verteidigungs- und Geheimdienstplanung ziehen, sind schlecht informiert über die Überlegungen, die zum Iran angestellt werden“. 

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat ein vertrauliches Dokument für den Rat allgemeine Angelegenheit verfasst, der am 10. und 11. April 2006 in Brüssel zusammenkommt. Solana soll Berichten zufolge Sanktionen gegen Iran empfehlen, unter anderem eine Visumsperre. Die EU schließe einen Militäreinsatz jedoch definitiv aus. 

Solana und der britische Außenminister Jack Straw haben indes erklärt, dass Sanktionen nicht bevorstünden. Solanas Dokument sei lediglich ein Teil der Notfallplanung. Straw bezeichnete die Möglichkeit eines Atomschlags gegen Iran als „komplett irrsinnig“. Großbritannien werde keinen Präventivschlag lancieren und man sei sich sicher, dass dasselbe für die USA gelte. 

In einem CNN-Interview hat Hersh indes betont: „Es handelt sich um mehr als Planung, es ist operationelle Planung. Es geht über Notfallplanung hinaus. Es gibt ernsthafte, spezifische Pläne.“ In seinem Artikel wird auch ein hochrangiges Mitglied des Zuwendungsausschusses des US-Abgeordnetenhauses zitiert, das gesagt haben soll: „Es gibt keinen Druck seitens des Abgeordnetenhauses“, keine militärischen Schritte zu ergreifen. „Politischer Druck geht allein von den Leuten aus, die dies tun wollen“. Der Abgeordnete soll im Hinblick auf Präsident Bush gesagt haben: „Das Beunruhigendste ist, dass dieser Mann eine messianische Vision hat“. 

Hersh zitiert außerdem einen hochrangigen US-Diplomaten bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, der folgender Ansicht ist: „Es geht um viel mehr als die Nuklearfrage. Dies ist nur ein Punkt, der alle einen soll, und es bleibt noch Zeit, diese Frage zu lösen. Aber die Administration ist der Meinung, dass sie nicht gelöst werden kann, sofern sie nicht die Herzen und Köpfe des Irans kontrollieren. In Wirklichkeit geht es darum, wer den Nahen Osten und sein Öl in den nächsten zehn Jahren kontrolliert“. 

Die Berichte haben auf dem Weltmarkt einen Höhenflug der Erdölpreise ausgelöst. Ein Barrel kostet nun knapp 70 US-Dollar und damit fast soviel wie 2005 nach dem Wirbelsturm Katrina.