Arbeit an erweitertem Umbau des Mediensektors nimmt Fahrt auf
Nachdem die Gewinner des Programms Stars4Media bekannt gegeben wurden, kann die Arbeit an 14 neuen Projekten zur Umgestaltung von Unternehmen und Redaktionen beginnen.
Nachdem die Gewinner des Programms Stars4Media bekannt gegeben wurden, kann die Arbeit an 14 neuen Projekten zur Umgestaltung von Unternehmen und Redaktionen beginnen.
Aus insgesamt 48 Vorschlägen, die im Rahmen des NEWS-Programms von Stars4Media eingegangen sind, wurden im vergangenen Monat 14 Projekte als Gewinner ausgewählt, die den Wandel im Mediensektor unterstützen.
Dieses Jahr ist die dritte Ausgabe des NEWS-Programms, das Finanzmittel und Coaching für Projekte bietet, die sich auf Innovation und finanzielle Nachhaltigkeit in den Nachrichtenmedien konzentrieren.
Das Programm beginnt mit einer viermonatigen „EXPLORE“-Phase, in der die ersten Phasen der Projektentwicklung durchgeführt werden, gefolgt von einer sechsmonatigen „BOOST“-Phase, in der die neun erfolgreichsten teilnehmenden Projekte an der Umsetzung arbeiten werden.
Zu den Gewinnern dieser Runde gehören auch fünf Projekte, die sich auf Osteuropa konzentrieren und die in ukrainischer, russischer und belarussischer Sprache arbeiten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Stärkung der grenzüberschreitenden Medienzusammenarbeit und dem Schutz des Informationsraums vor zukünftigen Konflikten.
Finanzierung im Fokus
Die finanzielle Nachhaltigkeit steht im Mediensektor zunehmend im Mittelpunkt, da er sich an die zahlreichen Umwälzungen der letzten Jahre anpassen muss. Dazu gehören der Aufstieg digitaler Plattformen und die Pandemie, die beide kleinere Medienunternehmen besonders hart getroffen haben.
Als Reaktion darauf bietet das NEWS-Programm finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 100.000 Euro sowie projektspezifisches Coaching für jeden erfolgreichen Beitrag.
Diese Programmrunde bietet im Vergleich zur letzten Runde mehr Mittel für Projekte und legt einen größeren Schwerpunkt auf die Umgestaltung von Unternehmen und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Sektors als Ganzes.
Wirtschaftliche Umgestaltung
Für den Programmbereich Unternehmensumwandlung gingen im Rahmen des Bewerbungsverfahrens 24 Projektvorschläge ein, von denen sieben als Gewinner ausgewählt wurden. Die Projekte in diesem Bereich befassen sich mit Veränderungen auf Unternehmensebene, die Bereiche wie die Diversifizierung von Ertragsmodellen und innovative Formen des Engagements umfassen.
Eines der erfolgreichen Projekte im Bereich Unternehmensumwandlung wird gemeinsam von der polnischen Zeitschrift Polityka.pl und der litauischen Nachrichtenseite Delfi UAB durchgeführt, die eine Lösung für das Problem der Gewinnung und Bindung digitaler Abonnenten in wirtschaftlich angespannten Zeiten vorschlagen.
Im Rahmen ihres Projekts werden sie an der Entwicklung eines gruppenbasierten Community-Abonnementmodells arbeiten, das finanzielle Anreize für kollektive Abonnements in Abhängigkeit von der Größe der Gruppe und dem Verlängerungspotenzial bietet.
Umgestaltung der Nachrichtenredaktion
Andererseits konzentrieren sich sieben Projekte auf die Umgestaltung von Redaktionen und arbeiten an der Innovation von Redaktionsabläufen und -prozessen.
In diesem Bereich sollen neue Wege der Berichterstattung, der Produktion und der Verbreitung von Nachrichten erforscht werden, auch durch den Einsatz neuer Technologien, sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitskultur in den Redaktionen.
Ein Projekt, das Mittel für die Arbeit in diesem Bereich erhalten wird, wird von einer Partnerschaft zwischen der in Brüssel ansässigen Publikation Are We Europe und des ukrainischen Medienberatungsunternehmens Jnomics Media geleitet.
Die beiden werden eine App entwickeln, die die ausführliche Berichterstattung von Are We Europe in kürzere, kuratierte Inhaltsschnipsel zerlegt, um eine kontinuierliche Publikumsbindung zwischen den Print-Publikationen zu gewährleisten und eine erweiterte digitale Präsenz und Publikumsbasis zu kultivieren.
Größere Reichweite
Zu den diesjährigen Gewinnern gehören auch fünf osteuropäische Projekte, die sprachlich oder geografisch mit der Ukraine, Russland oder Belarus verbunden sind.
Die Aufnahme dieser Medien zielt darauf ab, eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Medien aufzubauen und die Widerstandsfähigkeit des Sektors gegen staatliche Eingriffe und Desinformation zu stärken.
Diese Bemühungen sind Teil eines umfassenderen Vorstoßes der Kommission, den Medienpluralismus und die Transparenz der Eigentumsverhältnisse zu stärken, um dem jüngsten Rückgang der Medienfreiheit in einer Reihe von EU-Staaten entgegenzuwirken.
Im September wurde der Europäische Rechtsakt zur Medienfreiheit veröffentlicht, der Verpflichtungen zur redaktionellen Unabhängigkeit, Schutzmaßnahmen für öffentlich-rechtliche Medien und Maßnahmen zur Gewährleistung der Objektivität bei der Vergabe von staatlicher Werbung enthält.
[Bearbeitet von Luca Bertuzzi und Nathalie Weatherald]