Aufatmen in Athen: IWF zahlt weiter
Das war knapp. Griechenland darf die nächste Tranche an Hilfskrediten von IWF, EU und EZB beziehen - und entgeht noch einmal der Zahlungsunfähigkeit. EURACTIV.de verlinkt die Original-Statements.
Das war knapp. Griechenland darf die nächste Tranche an Hilfskrediten von IWF, EU und EZB beziehen – und entgeht noch einmal der Zahlungsunfähigkeit. EURACTIV.de verlinkt die Original-Statements.
Greichenland erhält im Juli die nächste Tranche aus dem Kreditpaket von IWF, EU und EZB. Das teilte der IWF am Freitag in einer Erklärung mit. Die Verhandlungen seien positiv verlaufen, hieß es auch aus dem griechischen Finanzministerium. Im Gegenzug verpflichtet sich die griechische Regierung zu neuen Sparmaßnahmen.
Experten der drei Institutionen hatten zuvor die Schuldenlage Griechenlands analysiert. Zu Beginn der Woche gab es Spekulationen, der IWF ziehe sich aufgrund mangelnder Fortschritte bei der Haushaltssanierung aus dem Kreditprogramm für Griechenland zurück.
Nun erhält Athen Kredite von 12 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket, und entgeht damit zunächst der Zahlungsunfähigkeit. Insgesamt umfasst das Kreditprogramm 110 Milliarden Euro.
Kommt das zweite Hilfspaket?
Ob Griechenland mit einem zweiten Hilfsprogramm über 2012 hinaus rechnen kann, bleibt noch unklar. Im Gespräch sind neue Hilfen von 65 Milliarden Euro. Eine entsprechende Finanzierungslücke entsteht, weil sich Griechenland anders als bisher geplant nicht ab 2012 mit Geld am freien Kapitalmarkt versorgen kann. Die Einzelheiten eines zweiten Pakets, das eine Laufzeit von drei Jahren haben und auch den privaten Sektor einbinden soll, sollten noch vor dem Treffen der Eurozonen-Finanzminister am 20. Juni stehen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Euro-Länder stimmen einem zweiten Programm grundsätzlich zu, wie EURACTIV Brüssel meldet.
Bei den deutschen Regierungsparteien regt sich Widerstand gegen ein zweites Kreditprogramm für Griechenland. Der CDU-Haushaltspolitiker Klaus-Peter Willsch sieht in einem neuen Hilfspaket eine Verletzung der Bundeshaushaltsordnung (EURACTIV.de vom 1. Juni 2011).
Die Ratingagentur Moody’s senkte die Bonitätsbewertung Griechenlands in dieser Woche um drei Stufen auf "Caa1". Damit gilt die Anlage in griechische Staatspapiere als hochspekulativ. Die Agentur sieht die akute Gefahr eines Zahlungsausfalls.
awr mit EURACTIV/rtr
Weiteres auf Englisch:
EU agrees in principle on new Greek bailout (3. Juni 2011)
Links
Dokumente
IWF: Statement by the European Commission, the ECB, and IMF on the Fourth Review Mission to Greece (3. Juni 2011)
Griechisches Finanzministerium: Press release concerning the conclusion of discussions with representatives of the EC, the ECB and the IMF (3. Juni 2011)
EZB: Building Europe, building institutions
Speech by Jean-Claude Trichet, President of the ECB on receiving the Karlspreis 2011 in Aachen (2. June 2011)
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