Ausbau von Heathrow-Flughafen sorgt für Empörung in Großbritannien [DE]

Die britische Regierung hat gestern (15. Januar 2009) beschlossen, eine neue Landebahn für den Flughafen Heathrow zu bauen. Dieser Entschluss traf auf die tiefe Ablehnung der Anwohner und von Umweltgruppen.

Die britische Regierung hat gestern (15. Januar 2009) beschlossen, eine neue Landebahn für den Flughafen Heathrow zu bauen. Dieser Entschluss traf auf die tiefe Ablehnung der Anwohner und von Umweltgruppen.

Der britische Verkehrsminister Geoff Hoon erklärte, die Erweiterung schaffe bis zu 60 000 Arbeitsplätze und stelle sicher, dass Großbritannien ein Ort bleibe, wo die Welt zum zum Geschäfte machen zusammen kommen könne. Er warnte außerdem, würde Heathrow weiterhin bei voller Auslastung arbeiten, könne dies seine Position als führender internationaler Flughafen aufs Spiel setzen.

Der Beschluss wurde scharf von den Anwohnern kritisiert, von denen einige sogar ihre Häuser werden räumen müssen, um Platz für den Ausbau zu machen.

Unterdessen meinten Umweltorganisationen, mit dem Bau der neuen Landebahn und des sechsten Terminals werde gegen die EU-Normen für Lärm und Luftverschmutzung verstoßen und das Versprechen Großbritanniens, bis 2050 seine CO2-Emissionen um 80% zu senken, praktisch zunichte gemacht.

Der Ausbau Heathrows sei die erste große Bewährungsprobe für die Glaubwürdigkeit der Regierung in Umweltfragen seit dem Inkrafttreten des Klimaschutzgesetzes (Climate Change Act) im letzten Jahr gewesen. Durch diesen Test sei sie mit Pauken und Trompeten durchgefallen und mit ihrem Entschluss, sich für eine dritte Landebahn einzusetzen, habe die Regierung ihre eigene Vorzeigepolitik torpediert, meinte David Nussbaum, Leiter von WWF UK.

Die Luftverschmutzung durch die Flüge, die von den beiden Landebahnen abgehen und dort ankommen, überschreitet angeblich bereits die von der EU vorgeschrieben Normen, zu deren Einhaltung sich Großbritannien bis 2015 verschrieben hat.

Geoff Hoon besänftigte die Kritiker und erklärte, man werde ruhigeren und saubereren Flugzeugen den Vorzug geben, wenn die Positionen auf der neuen Start- und Landebahn vergeben würden. Außerdem werde man die Zahl der zusätzlichen Flüge, die auf der neuen Bahn starten und landen, von Anfang an auf 125 000 pro Jahr begrenzen, fügte er hinzu.

Der Verkehrsminister kündigte außerdem neue Investitionen in das öffentliche Verkehrswesen an und erklärte, die Regierung erwäge, eine neue Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen dem Flughafen und London zu bauen, die ruhiger und emissionsärmer sei.

Insgesamt habe man damit das strengste Klimaschutzsystem für den Flugverkehr aller Länder weltweit, sagte Hoon zu den nationalen Abgeordneten.
Greenpeace setzte dem jedoch entgegen, dass Heathrow nun der größte CO2-Emittent in ganz Großbritannien werden würde. Wenn Gordon Brown glaube, diese Landebahn sei ‚grün’, dann müsse er farbenblind sein, meinte Greenpeace-Leiter John Sauve.