Brüssel finanziert strategische Infrastruktur in Italien

Verkehrsminister Matteo Salvini und EU-Industriekommissarin Adina-Ioana Valean haben am Montag eine Vereinbarung unterzeichnet, um die Finanzierung einer Brücke zu sichern, die Sizilien mit dem Rest Italiens und dem europäischen Festland verbinden würde.

EURACTIV.it
New Italian Cabinet holds first meeting in Rome
Salvini zufolge ist das Projekt auch für die Europäische Kommission und andere europäische Länder von großem Interesse, die in der Brücke die Vollendung eines "grundlegenden europäischen Korridors" zwischen dem Mittelmeer und Skandinavien sehen würden. [EPA-EFE/ETTORE FERRARI]

Verkehrsminister Matteo Salvini und EU-Industriekommissarin Adina-Ioana Valean haben am Montag eine Vereinbarung unterzeichnet, um die Finanzierung einer Brücke zu sichern, die Sizilien mit dem Rest Italiens und dem europäischen Festland verbinden würde.

Die Brücke über die Straße von Messina, die die Insel mit dem Festland verbinden würde, wurde ursprünglich in den 1990er Jahren vorgeschlagen, stieß jedoch auf zahlreiche Hürden und Verzögerungen.

„Die Brücke über die Straße von Messina ist die stabile Verbindung zwischen Sizilien und dem Festland. Sie ist eine Priorität für mich, für die Regierung und für Millionen von Italiener:innen“, sagte Salvini, Vorsitzender der Rechtspartei Lega und stellvertretender Ministerpräsident, am Montag (5. Dezember) vor dem EU-Rat in seiner Funktion als Minister für Infrastruktur und Verkehr.

Dem Minister zufolge ist das Projekt auch für die Europäische Kommission und andere europäische Länder von großem Interesse, die in der Brücke die Vollendung eines „grundlegenden europäischen Korridors“ zwischen dem Mittelmeer und Skandinavien sehen würden.

Salvini kündigte, die Bauarbeiten in zwei Jahren eröffnen zu wollen.

„Wir erwecken die Gesellschaft nach Jahren der Zwangspause wieder zum Leben. Ich gebe die Richtung vor und übernehme die Ehre und die Last, eine Entscheidung zu treffen: dann gibt es Ingenieur:innen, die […] an dem Projekt arbeiten werden“, erklärte der Minister.

EU-Kommissarin Valean sagte, sie fühle sich „geehrt“, Italien beim Start des Projekts konkret helfen zu können, sofern ein solider Finanzplan erstellt werde.

Die Industriekommissarin betonte auch, dass das Brückenprojekt seit langem zu den Infrastrukturen gehöre, die im Rahmen des transeuropäischen Verkehrsnetzes (Ten-T) finanziert werden könnten.

„Nach fünfzig Jahren Worten, vielen Konferenzen und vielen Millionen, die wir ausgegeben haben, haben wir die feste Absicht, voranzuschreiten“, fügte Salvini hinzu.

Weitere strategische Infrastrukturen stehen auf der Tagesordnung der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, wie die neue Eisenbahnlinie von Turin nach Lyon und die europäische Finanzierung des Brennertunnels.

„Italien ist ein Protagonist, weil mehrere Strecken in den Korridoren von europäischem Interesse liegen“, fügte Salvini hinzu und bezog sich dabei auch auf die Bahnlinie Triest-Ljubljana sowie den Handelshafen Civitavecchia in der Nähe von Rom.