Bulgarien: immer weniger Krankenpfleger in ländlichen Krankenhäusern
Die ungleiche Verteilung des Gesundheitspersonals wird zu einem Problem, da die abnehmende Zahl von Pflegekräften im bulgarischen Gesundheitswesen die Krankenhäuser in kleineren Städten am härtesten trifft, erklärte der Makroökonom Arkadij Scharkow, dessen Expertise im Bereich der Gesundheitsökonomie liegt, gegenüber EURACTIV.
Die ungleiche Verteilung des Gesundheitspersonals wird in Bulgarien zunehmend zu einem Problem. Besonders der ländliche Raum ist von einer starken Personalknappheit betroffen, so der Makroökonom Arkadij Scharkow gegenüber EURACTIV.
„Die ungleiche Verteilung von Fachkräften im Gesundheitswesen ist ein Problem. Sie konzentrieren sich in den großen regionalen Städten, während es in der Peripherie immer weniger Krankenschwestern gibt. Dies ist ein Problem im bulgarischen Krankenhaussystem in Bezug auf medizinische Fachkräfte. Das Gesundheitssystem und die darin arbeitenden Menschen sind ein System miteinander verbundener Gefäße“, sagte Scharkow.
„Wenn es in einem dieser Gefäße weniger Fachärzte gibt, wirkt sich das auf alle in der Kette aus“, erklärte er. „Unglücklicherweise sind ungünstige Arbeitsbedingungen in Bezug auf die Bezahlung sowie die Gefahr von Gewalt, die auf den medizinischen Fachkräften lastet, Faktoren, die dazu führen, dass immer weniger Personal hervorgebracht wird“, fügte er hinzu.
Bulgarien, Lettland und Griechenland sind die Länder in der EU mit der geringsten Anzahl von Krankenschwestern pro Einwohner. Während es in Bulgarien 2021 lediglich 421 Krankenschwestern pro 100.000 Einwohnern gab, waren es im EU-Durchschnitt 900.
„Das Durchschnittsalter einer bulgarischen Krankenschwester liegt bei 58 Jahren, was sich auf die Dynamik, die Arbeitskapazität und die logistischen Möglichkeiten im Land auswirkt. Das durchschnittliche Verhältnis zwischen Krankenschwestern und Ärzten sollte 2:1 betragen, in Bulgarien kommen 0,9 Krankenschwestern auf einen Arzt.“
Die Zahl der Ärzte in Bulgarien ist seit dem Ende des totalitären Regimes 1989 bis heute relativ konstant geblieben.
Andere medizinische Berufe wie Medizin- und Röntgenlaboranten, Zahntechniker und sonstige nehmen zu, wenn auch nur leicht. Trotz dieses Missverhältnisses hat die Zahl der Krankenhausaufenthalte in Bulgarien in den letzten 30 Jahren nicht abgenommen, und auch die Zahl der Krankenhäuser ist nicht gestiegen.