Bulgarien: Pro-EU-Parteien gewinnen bei Kommunalwahlen
Die bulgarischen Pro-EU-Parteien habe bei den Kommunalwahlen mit Abstand gewonnen. In der zweiten Runde stehen sich nun die beiden größten Parlamentsfraktionen gegenüber.
Die bulgarischen Pro-EU-Parteien habe bei den Kommunalwahlen mit Abstand gewonnen. In der zweiten Runde stehen sich nun die beiden größten Parlamentsfraktionen gegenüber.
Laut Gallup International Balkan liegt die GERB – die bisher stärkste Partei in den Lokalregierungen – in den meisten Großstädten in Führung, mit Ausnahme von Sofia, wo der Kandidat der Koalition aus Wir setzen den Wandel fort und Demokratisches Bulgarien (PP-DB), Vasil Terziev mit 38,8 Prozent klar in Führung liegt.
In der zweiten Runde trifft er auf Vanya Grigorova (19 Prozent), die von der pro-russischen Linken nominiert wurde. Die Hauptstadt ist einer der wenigen Orte im Land, an denen die Linke so stark abschneidet.
Die GERB regierte 17 Jahre lang die Hauptstadt Sofia. Dennoch konnte der Kandidat der Partie, Fernsehjournalist Anton Hekimyan, mit 17 Prozent dort nur ein durchwachsenes Ergebnis einfahren.
Die endgültigen Ergebnisse könnten die Verteilung jedoch neu ordnen, da der Unterschied zwischen Vansya Grigorova und Anton Hekimyan den Umfragen zufolge nur etwa zwei Prozent beträgt.
Die bulgarischen Kommunalwahlen wurden durch einen großen Skandal überschattet, der von der Staatlichen Agentur für Nationale Sicherheit verursacht wurde und zur Einstellung der maschinellen Stimmabgabe führte.
Bei den Kommunalwahlen vor vier Jahren gab es schwere Vorwürfe der Manipulation, da fast 20 Prozent der Stimmzettel als ungültig registriert wurden. Daraufhin wurde die maschinelle Stimmabgabe eingeführt, die das Problem beseitigte.
Diese Art der Stimmabgabe wurde jedoch abgeschafft, um Manipulationen vorzubeugen, nachdem bekannt wurde, dass die Sicherheitsdienste einen stellvertretenden Minister bei der Überprüfung einer der Wahlmaschinen gefilmt hatten.
Die PP-DB fordert die Vormachtstellung der GERB in den zweit- und drittgrößten Städten Bulgariens heraus. Die GERB-Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in den anderen Großstädten Stara Zagora und Burgas gewannen in der ersten Runde.
Die radikale antieuropäische Partei Vazrazhdane hat bei den Kommunalwahlen trotz großer Erwartungen schwächer abgeschnitten als erwartet und wird daher in keiner größeren Stadt einen Bürgermeister stellen.