Bulgarien verweist 70 russische Diplomaten wegen Spionage des Landes
Bulgarien hat eine Rekordzahl von 70 russischen Diplomat:innen wegen Aktivitäten, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar sind, zur "Persona non grata" erklärt, teilte der scheidende Premierminister Kiril Petkov am späten Dienstag (28. Juni) mit.
Bulgarien hat eine Rekordzahl von 70 russischen Diplomat:innen wegen Aktivitäten, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar sind, zur „Persona non grata“ erklärt, teilte der scheidende Premierminister Kiril Petkov am späten Dienstag (28. Juni) mit.
Die Gesamtzahl der russischen Diplomat:innen in Sofia betrug vor der Ausweisung 114 und wird nun auf 44 reduziert.
Im nationalen Fernsehsender BNT sagte Petkov: „Das passiert, wenn ausländische Regierungen versuchen, sich in die inneren Angelegenheiten Bulgariens einzumischen.“
Er erklärte, die Entscheidung sei auf der Grundlage von Informationen getroffen worden, die der bulgarische Geheimdienst gesammelt habe, und lehnte es ab, weitere Kommentare abzugeben.
Nach Ansicht der bulgarischen Behörden sollen russische Diplomaten Spionage und hybride Angriffe im Gastland durchführen.
„Wir erwarten, dass am Samstag ein volles Flugzeug mit 70 Diplomat:innen nach Moskau abfliegt“, sagte Petkow, der am Vortag nach einem verlorenen Misstrauensvotum zurückgetreten war.
Wegen der Sanktionen gibt es keine Flüge zwischen Sofia und Moskau, aber Ausnahmeflüge für die Rückführung von Diplomat:innen sind erlaubt.
Im März hatte Bulgarien 10 russische Diplomat:innen des Landes verwiesen, woraufhin Moskau mit der gleichen Maßnahme reagierte. Die bulgarische Botschaft in Moskau zählt derzeit 10 Vertreter:innen.
Bulgarien hat auch gegen das Verhalten der russischen Botschafterin in Bulgarien, Eleonora Mitrofanowa, protestiert, die sich beleidigend über bulgarische Institutionen geäußert haben soll.
Im März rief Bulgarien seinen Botschafter in Moskau zu Konsultationen zurück und erwartete, dass Moskau dasselbe tun würde. Ziel war es, Mitrofanowa loszuwerden, ohne sie offiziell auszuweisen.
Russland unternahm jedoch nichts, und nach einigem Warten schickte Bulgarien seinen Botschafter zurück nach Moskau.
Die Regierung wurde unter Druck gesetzt, Mitrofanova zu entlassen, insbesondere vom Koalitionspartner Demokratisches Bulgarien.
Am Mittwoch veröffentlichte die russische Botschaft auf ihrer Facebook-Seite einen Spendenaufruf für das russische Militär, das an der Invasion in der Ukraine beteiligt ist.