Bulgarischer Minister: "Russische Spionage hat keinen ernsten Schaden angerichtet"

Das angeblich russische Spionagenetzwerk in Sofia, das die bulgarischen Behörden vergangene Woche zerschlagen hatten, hat der Sicherheit des Balkanlandes und seiner NATO-Verbündeten offenbar keinen ernsthaften Schaden zugefügt.

EURACTIV.bg
European Council meeting in Brussels
Und tschüss: Bulgariens Ex-Premier Bojko Borissow tritt ab und begibt sich umgehend in den Urlaub. [EPA-EFE/OLIVIER HOSLET]

Das vermeintliche russische Spionagenetzwerk in Sofia, das die bulgarischen Behörden vergangene Woche zerschlagen hatten, hat der Sicherheit des Balkanlandes und seiner NATO-Verbündeten offenbar „keinen ernsten Schaden“ zugefügt.

Dies gab der stellvertretende Ministerpräsident und Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow in einem Interview mit bTV am Mittwoch bekannt. Er fügte dennoch hinzu, dass „jeder, der für ein fremdes Land spioniert hat, bestraft werden sollte“.

„Man kann schwerlich sagen, dass irgendwelche wichtigen Informationen geleakt worden sind. Ein Teil davon war ohnehin öffentlich,“ so der Minister. Die Spion-Truppe sei insgesamt sechs Monate lang vom bulgarischen Militärgeheimdienst, der Spionageabwehr und der Staatsanwaltschaft überwacht worden.

Ende vergangener Woche hatte die bulgarische Staatsanwaltschaft eine groß angelegte Aktion gegen das angebliche Spionagenetzwerk durchgeführt, das militärische Geheimnisse an die russische Botschaft geliefert haben soll. Während fünf der mutmaßlichen Spione weiterhin in Untersuchungshaft sind, wurde einer von ihnen gegen Kaution freigelassen. Er habe sich entschlossen, bei den Ermittlungen zu kooperieren, hieß es.

Bezüglich möglicher Schäden hatte der bulgarische Generalstaatsanwalt Iwan Geschew zuvor erklärt, dass möglicherweise „bedeutende Geheimnisse“ aufgedeckt worden seien, die die Sicherheit Bulgariens, der NATO und der EU beträfen. Die bulgarischen Behörden sprachen außerdem von einem Leak bezüglich neuer Modifizierungen an amerikanischen F-16-Kampfflugzeugen. Bulgarien hatte diese Jets im vergangenen Jahr von den USA gekauft.

NATO-Chef Jens Stoltenberg kommentierte am Rande des NATO-Treffens diese Woche: „Russland versucht, die demokratischen Institutionen zu untergraben, sich in die Innenpolitik einzumischen und seinen Geheimdienst zu stärken.“

Der Bulgarische Nationale Rundfunk (BNR) zitiert den Generalsekretär weiter: „In Bulgarien konnten wir das jüngste Verhaltensmuster Russlands beobachten […] Die NATO unterstützt voll und ganz die Bemühungen Bulgariens, schädliche russische Aktivitäten zu bekämpfen.“