Die deutschen Ausfuhren steigen wieder - aber nur leicht
Nach ihrem dramatischen Einbruch stiegen die deutschen Ausfuhren im Mai wieder leicht. Der BGA sieht Bodenbildung auf niedrigem Niveau.
Nach ihrem dramatischen Einbruch stiegen die deutschen Ausfuhren im Mai wieder leicht. Der BGA sieht Bodenbildung auf niedrigem Niveau.
Die deutschen Exporte stiegen im Vergleich zu April leicht um 0,3 Prozent , teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 9. Juli 2009 mit. Im Jahresvergleich sieht die Situation der Exportwirtschaft aber weiterhin düster aus. Im Vergleich zum Mai des Rekordjahres 2008 haben die Unternehmen 24,5 Prozent weniger exportiert, das heißt rund 20 Milliarden Euro weniger im Ausland umgesetzt.
"Zwar spricht inzwischen einiges für eine Bodenbildung, allerdings auf extrem niedrigem Niveau. Wir haben das Tal noch nicht durchschritten", kommentierte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), den leichten Anstieg im Mai. Die seit drei Monaten in Folge steigenden Auftragseingänge seien jedoch erste hoffnungsvolle Anzeichen.
Die Leistungsbilanz schloss nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank im Mai 2009 mit einem Überschuss von 3,7 Milliarden Euro ab. Im Mai 2008 hatte der Exportüberschuss noch 8,1 Milliarden Euro betragen.
Besonders stark sanken im Jahresvergleich die Exporte in EU-Länder, die nicht zur Eurozone gehören (minus 29,4 Prozent), also vor allem in die osteuropäischen Staaten.
Im europäischen Vergleich ist Deutschland mit einer Exportquote von 47 Prozent besonders vom Welthandel abhängig. Der Einbruch der Ausfuhren trägt erheblich zum Rückgang der Bruttoindlandsprodukts (BIP) bei, der 2009 Prognosen zufolge zwischen 6 und 7 Prozent betragen soll.
Von allen westeuropäischen Staaten mit Ausbahme Islands war Deutschland im 1.Quartal 2009 von der Krise am stärksten betroffen. Das BIP sank hierzulande um 3, 8 Prozent, während da Minus in Frankreich 1,2 und in Spanien 1,9 Prozent betrug. In Polen, das mit einer Exportquote von 30 Prozent verhältnismäßig wenig vom Export abhängt, wuchs in der Krise das BIP sogar um 0,4 Prozent.
awr