Die EU setzt auf neuen Ansatz bei Energieimporten [DE]
Die EU muss ihre Beziehungen zu Energielieferanten in der unmittelbaren Nachbarschaft und in Afrika stärken, um sichere und nachhaltige Energielieferungen für die energiehungrige europäische Wirtschaft zu gewährleisten, so die Kommission.
Die EU muss ihre Beziehungen zu Energielieferanten in der unmittelbaren Nachbarschaft und in Afrika stärken, um sichere und nachhaltige Energielieferungen für die energiehungrige europäische Wirtschaft zu gewährleisten, so die Kommission.
Die Bildung einer umfassenden Energiepartnerschaft zwischen Afrika und Europa sollte neben der Aushandlung einer Energiepartnerschaft mit Russland einer der energiepolitischen Schwerpunkte der EU auf internationaler Ebene sein. Zu diesem Schluss kommt die Kommission in einer am 10. Januar 2007 vorgelegten Mitteilung zu einer neuen Energiepolitik für Europa (siehe EURACTIV vom 10.01. 2007).
„Die Bedeutung Afrikas als Energielieferant hat in den letzten Jahren stark zugenommen, wobei das Potential noch nicht ausgeschöpft ist“, so der Bericht. Im Dialog mit Afrika sollte es nach Auffassung der Kommission auch um Liefersicherheit, den Technologietransfer bezüglich erneuerbarer Energien, die nachhaltige Erschließung der Quellen sowie die Achtung der Good Governance gehen.
Die Kommission schlug auch die Schaffung eines regionalen Energiemarktes als Bestandteil der Nachbarschaftspolitik mit dem Westlichen Balkan und Ländern wie Moldawien, der Türkei, der Ukraine und Norwegen vor und rief zu engeren Energiebeziehungen mit nordafrikanischen Lieferanten und Transitländern wie Algerien, Ägypten und Libyen auf.
Die Notwendigkeit, die Anzahl der europäischen Energiequellen zu vergrößern, wurde in den letzten Tagen erneut deutlich, als Russland entschied, die Öllieferungen durch Weißrussland auszusetzen (siehe EURACTIV vom 09.01.2007). Ein ähnlicher Vorfall im Januar 2006, als Moskau die Gaslieferungen in die Ukraine eingestellt hatte und mehrere europäische Länder ohne Gas auskommen mussten, hatte den Europäern erstmals ihre große Abhängigkeit von dem Energieriesen deutlich gemacht (siehe EURACTIV vom 04.01.2006). Der europäische Öl- und Gasverbrauch speist sich derzeit zu 25% aus russischen Quellen.
Seit dem bemüht sich die EU, ein umfassendes Abkommen zur Energiezusammenarbeit mit Russland auszuhandeln, das den Mitgliedstaaten bestimmte Garantien geben würde. Bislang verhinderten jedoch handelspolitische und diplomatische Spannungen einen Erfolg (siehe EURACTIV vom 27.11.2006). Angela Merkel wird am 21. Januar 2007 nach Moskau reisen, um über die Erneuerung des Partnerschafts- und Kooperationsabkommens (PKA) zu verhandeln. Dabei werden Energielieferungen und Investitionen im Zentrum der Gespräche stehen.
Nach Berechnungen der Kommission könnte die Abhängigkeit der EU von Energieimporten von derzeit 50% des europäischen Energieverbrauches auf 65% im Jahr 2030 steigen. Insbesondere für Mitgliedstaaten, die noch immer größtenteils oder vollständig von einem einzigen Lieferanten abhängig sind, könnten damit neue Risiken verbunden sein.