Die Kulturhauptstadt Europas soll nach 40 Jahren neu definiert werden
Junge Menschen und zivilgesellschaftliche Gruppen werden mehr Mitspracherecht erhalten, um sicherzustellen, dass auch künftige Generationen von den Vorteilen profitieren, betonten die Verantwortlichen.
Die Kulturhauptstadt Europas soll sich von einem überwiegend auf ein Jahr ausgerichteten Veranstaltungsprogramm zu einem Titel mit nachhaltiger Wirkung wandeln.
Die Neugestaltung, die – sofern sie genehmigt wird – ab 2034 gelten soll, wurde am Donnerstag angekündigt und umfasst fünf wesentliche Änderungen.
Eine der bedeutendsten ist die langfristige Planung. Bereits bei der Bewerbung müssen die Städte darüber nachdenken, wie es nach ihrem Jahr im Rampenlicht weitergeht. Außerdem werden sie später verstärkten Kontrollen unterzogen, um zu prüfen, ob sie ihre Versprechen tatsächlich eingehalten haben.
Dieser Überprüfungsprozess entscheidet darüber, ob sie den Melina-Mercouri-Preis erhalten, der nur dann ausgezahlt wird, wenn eine Stadt die im Auswahlverfahren gemachten Zusagen erfüllt.
Der Preis ist nach der ehemaligen griechischen Kulturministerin benannt, die 1985 das Programm Kulturhauptstadt Europas ins Leben rief. Damit ist er sogar älter als Erasmus, eines der bekanntesten Programme der EU.
Bewerbungsverfahren soll vereinfacht werden
Auch das Bewerbungsverfahren soll vereinfacht werden, wobei die Städte künftig anhand von vier statt sechs Kriterien bewertet werden. Zudem soll es für mehrere Städte einfacher werden, sich gemeinsam zu bewerben, darunter auch Städte auf gegenüberliegenden Seiten einer Grenze.
Junge Menschen und zivilgesellschaftliche Gruppen werden mehr Mitspracherecht erhalten, um sicherzustellen, dass auch künftige Generationen von den Vorteilen profitieren, betonten die Verantwortlichen.
„Der nächste Rahmenplan wird auf diesem Erfolg aufbauen – mit einer breiteren territorialen Beteiligung, einer stärkeren Einbindung der Jugend, neuen Perspektiven für Künstler und die Kreativwirtschaft sowie einer stärkeren Fokussierung auf das langfristige Vermächtnis“, sagte Glenn Micallef, EU-Kommissar für Kultur.
Seit 1985 haben 85 Städte diesen Titel getragen. Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei sind die Kulturhauptstädte Europas 2026.
Ab 2034 können sich Städte in Nicht-EU-Ländern, die am Programm Kreatives Europa teilnehmen oder damit assoziiert sind, laut dem neuen Vorschlag um den Titel bewerben.
Das Europäische Parlament und die EU-Regierungen im Rat werden nun über den Vorschlag verhandeln, wobei eine endgültige Einigung für Mitte 2027 angestrebt wird.
(cm)