Die Slowakei leidet unter Fachkräfteabwanderung in Richtung Tschechien
Zwei Drittel aller jungen Slowak:innen im Alter von 18 bis 25 Jahren wollen oder studieren bereits im Ausland wegen der besseren Ausbildungsqualität. Die meisten haben sich für das Nachbarland Tschechien entschieden, so eine neue Umfrage.
Zwei Drittel aller jungen Slowak:innen im Alter von 18 bis 25 Jahren wollen oder studieren bereits im Ausland wegen der besseren Ausbildungsqualität. Die meisten derjenigen, die das Land bereits verlassen haben, haben sich für das Nachbarland Tschechien entschieden, so eine neue Umfrage.
In den letzten 15 Jahren haben mehr als 300.000 Menschen das Land verlassen, und von denen, die auswandern wollen, gibt nur ein Drittel an, dass sie zurückkehren würden, so das Ergebnis der von Slovenská sporiteľna durchgeführten Umfrage. Diejenigen, die das Land verlassen, sind überwiegend die besser qualifizierten Studenten, so die Studie weiter.
Das sogennante Brain-Drain-Problem (Fachkräfteabwanderung) wurde bereits im Land diskutiert, obwohl bisher noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen worden sind.
Das Bildungsministerium hat angekündigt, es werde jungen Slowak:innen Stipendien anbieten, damit sie zurückkehren. „Wir werden 1.400 Studenten pro Jahr unterstützen, davon 1.000 die begabtesten Studenten und 400 Studenten, die in irgendeiner Weise benachteiligt sind“, sagte Ľudovít Paulis, der Staatssekretär des Bildungsministeriums.
Auch die Unternehmen spüren die Auswirkungen der Fachkräfteabwanderung, und einige haben eigene Initiativen gestartet, um Slowak:innen zurückzuholen.
„Wir sind überzeugt, dass die Slowakei Menschen braucht, die an ihre Zukunft glauben. Nur so werden wir alle besser leben, die Geschäftsleute werden besser arbeiten, und nur so werden wir alle gemeinsam als Land erfolgreich sein“, sagte Dáša Juríková von der Slovenská sporiteľna, einer der größten Banken des Landes.
„Es ist gut, wenn die Menschen ausländische Erfahrungen machen. Sie kommen auf neue Ideen, aber es ist auch gut, wenn sie in die Slowakei zurückkommen. Das wird ihnen und der slowakischen Wirtschaft insgesamt helfen“, sagte der Analyst Matej Horňák.
Die meisten Slowak:innen gehen wegen des höheren Bildungsniveaus und der kulturellen Nähe nach Tschechien. Beispielweise leben in Brno, Tschechiens zweitgrößte Stadt, etwa 20.000 slowakische Stundet:innen.