Dimas fordert mehr Engagement von USA
Die EU fordert von den USA und anderen großen Industrienationen stärkere Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung. In Brüssel ist die "Grüne Woche" eröffnet.
Die EU fordert von den USA und anderen großen Industrienationen stärkere Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung. In Brüssel ist die „Grüne Woche“ eröffnet.
"Die größten Wirtschaftsnationen sollten ehrgeizige und glaubwürdige Vorschläge machen", sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am 23. Juni 2009 in Brüssel mit Blick auf die laufenden Weltklimaverhandlungen. Ohne die USA sei ein weltweiter Kampf gegen den Klimawandel aussichtslos. Von US-Präsident Barack Obama kämen bereits "ermutigende Signale".
Die EU will bis zum Jahr 2020 etwa 30 Prozent weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ausstoßen, falls andere große Verschmutzer wie die USA mitziehen. Ansonsten sollen es 20 Prozent sein. Er erwarte von anderen Ländern "vergleichbare Anstrengungen und ähnliche Reduktionen", sagte Dimas zum Auftakt der internationalen Klimakonferenz "Grüne Woche". Bis Freitag treffen sich rund 4000 Teilnehmer in der belgischen Hauptstadt.
Nächster Schritt: G8-Treffen in Italien
"Es erwarten uns mühselige Verhandlungen, aber ich bin überzeugt, dass der gesunde Menschenverstand siegen wird und wir ein ehrgeiziges Programm in Kopenhagen vorlegen werden", sagte Dimas. Dort will sich die Staatengemeinschaft bei den Weltklimaverhandlungen im Dezember auf ein neues Abkommen zur Senkung der schädlichen Treibhausgase einigen.
Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich bei ihrem Gipfeltreffen in der vergangen Woche auf Grundzüge einer gemeinsamen Position geeinigt. Die reichen Staaten sollen entsprechend ihrer Wirtschaftskraft und ihres Schadstoffausstoßes Hilfen in Milliarden- Höhe an Entwicklungs- und Schwellenländer zahlen, um hier den Klimaschutz zu finanzieren. Offen bleiben aber noch viele Fragen, wie etwa die des Technologie-Transfers zur CO2-Reduktion. Anfang Juli will die Gruppe der sieben größten Industrienationen sowie Russland (G8) im italienischen L’Aquila die Klima-Beratungen fortsetzen.
dpa