Dutzende Flüchtlinge sterben an Bord von italienischer Küstenwache

Afrikanische Migranten sind an Bord zweier Schiffe der italienischen Küstenwache infolge von Unterkühlung umgekommen. Auch in der kalten Winterzeit hält das Sterben im Mittelmeer an.

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Afrikanische Migranten sind an Bord zweier Schiffe der italienischen Küstenwache infolge von Unterkühlung umgekommen. Auch in der kalten Winterzeit hält das Sterben im Mittelmeer an.

Mindestens 25 Flüchtlinge sind nach Angaben eines Behördenvertreters an Bord zweier Schiffe der italienischen Küstenwache gestorben.

Sie seien in einem vor Libyen treibenden Schlauchboot unterwegs gewesen, als die Küstenwache sie aufgenommen habe, sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde von Lampedusa, Pietro Bartolo, am Montag. Die Flüchtlinge hätten anschließend etwa 18 Stunden an Deck von zwei kleinen Patrouillenbooten verbracht, die sie zu der italienischen Mittelmeerinsel gebracht hätten.

Die Küstenwache teilte mit, die beiden Schiffe hätten am späten Sonntagabend 105 Migranten aus dem Schlauchboot aufgenommen. Die Bedingungen auf See seien mit bis zu acht Meter hohen Wellen und Temperaturen nur knapp über null Grad extrem gewesen.

Jedes Jahr wagen zahlreiche Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt von Nordafrika nach Europa, häufig in kaum hochseetauglichen Booten. Tausende sind auf diesem Weg ums Leben gekommen – ertrunken, verdurstet oder an Erschöpfung gestorben.

Dabei beschreitet Europa bei der Rettung von Flüchtlingen seit November 2014 neue Wege: Weil die Mittelmeerstaaten, vor allem Italien, mit der Grenzüberwachung und der Rettung von Flüchtlingen überfordert sind, startete die Mission „Triton“, koordiniert durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Die Mission steht bei Menschenrechtler in der Kritik. Sie befürchten, dass nun vor allem die Grenzsicherung im Mittelpunkt stehe und nicht mehr die Rettung von Menschen in Not. Italien hatte zuvor seinen „Mare-Nostrum“-Einsatz zur Flüchtlingsrettung auslaufen zu lassen.

Das Frontex-Mandat liege nur auf der Grenzschutzsicherung und nicht darauf, Menschen vor dem Ertrinken zu retten, so die Kritik. Das Einsatzgebiet auf dem Meer für die Rettung sei zudem viel zu klein, auch reichten die finanziellen Mittel hinten und vorne nicht.