EAD ohne deutsche Sprache
Dass im künftigen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) nur englisch und französisch gesprochen werden soll, wird Deutschland nicht akzeptieren. Die Bundesregierung, speziell Außenminister Westerwelle und der Bundesrat wollen der deutschen Sprache zum Durchbruch verhelfen.
Dass im künftigen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) nur englisch und französisch gesprochen werden soll, wird Deutschland nicht akzeptieren. Die Bundesregierung, speziell Außenminister Westerwelle und der Bundesrat wollen der deutschen Sprache zum Durchbruch verhelfen.
Dass die meistgesprochene Sprache Europas im künftigen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) vernachlässigt werden soll, will Deutschland nicht hinnehmen.
Der Vorsitzende der Europaminister der Bundesländer, der CDU-Politiker Wolfgang Reinhart aus Baden-Württemberg, gleichzeitig Sprachenbeauftragter der deutschen Bundesländer, hat an Außenminister Guido Westerwelle appelliert, sich für die deutsche Sprache in den EU-Institutionen stark zu machen. "Es ist nicht einzusehen, dass Deutsch immer noch benachteiligt wird, obwohl nahezu 100 Millionen Menschen in der EU Deutsch sprechen“, sagte Reinhart zu EURACTIV.de.
Insbesondere griff Reinhart den neu zu gründenden Europäischen Auswärtigen Dienst auf. Es könne nicht sein, dass diese neue Einrichtung ausschließlich Englisch und Französisch als Arbeitssprache vorsehe, aber nicht die deutsche. Das aber sei der aktuell bekannte Sachstand.
Stärkung der Sprache auf allen Ebenen
„Wir haben den Außenminister bei dessen Antrittsbesuch aufgefordert, alles in seiner Macht Stehende zu tun und sich für Deutsch als dritte Arbeitssprache einzusetzen“, betonte Reinhart. Westerwelle habe den Ländern auch fest zugesagt, dass er sich auf allen Ebenen für eine Stärkung der deutschen Sprache einsetzen werde.
Im Gespräch mit Auslandskorrespondenten in Berlin bekräftigte Westerwelle diese Absicht und stellte gleich einen Zusammenhang zu seiner ersten Pressekonferenz als Außenminister her, für die er stark kritisiert worden war. In der Pressekonferenz hatte er einem britischen Journalisten nicht auf Englisch antworten wollen mit dem ausdrücklichen Hinweis, in Deutschland werde deutsch gesprochen.
Westerwelle zu EURACTIV.de: "Das ist eine Prinzipienfrage"
Westerwelle auf die Frage von EURACTIV.de: „Ich gebe nicht als Außenminister 300 Millionen Euro pro Jahr zur Förderung der deutschen Sprache in der Welt aus, um anschließend in Deutschland selbst auf die deutsche Sprache zu verzichten.“
Das sei ein Bestandteil der deutschen Außenpolitik. Er setze sich energisch ein, dass sich Deutsch – eine offizielle EU-Sprache und die am meisten gesprochene Sprache Europas – durchsetze. „Ich werde deutsch sprechen, und ich habe auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz meine Rede bewusst auf Deutsch gehalten. Das ist keine Banalität, sondern eine Prinzipienfrage. Und zwar eine hochpolitische Frage.“
Eine angemessene Rolle der deutschen Sprache beim EAD bezeichnete Westerwelle zudem im Bundestag als „zentrales Anliegen der Bundesregierung“.
Sonderbeziehung zu Catherine Ashton
Westerwelle hat sich zur neuen EU-Außenministerin Catherine Ashton eine so gute Verbindung aufgebaut wie kaum ein anderer Außenminister Europas. Er lobt Ashton unentwegt in so hohen Tönen, wie es kein einziger anderer Kollege tut. Er nimmt sie leidenschaftlich vor Kritik in Schutz, hebt ihre Arbeit hervor und erklärt, dass sie eine faire Chance bekommen müsse.
Da Ashton auch für den Aufbau des EAD verantwortlich ist, könnte diese spezielle Verbindung Westerwelle/Ashton letztlich der Verwendung der deutschen Sprache im EAD zugutekommen.
Ewald König
Links
EURACTIV.de: LinkDossier zum Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD)