Ein Drittel der EU-Bürger haben noch nie von der EU-Verfassung gehört
Aus der jüngsten Umfrage von Eurobarometer geht hervor, dass viele EU-Bürger kaum über den neuen Verfassungsvertrag Bescheid wissen. Im Zuge des Ratifikationsprozesses stehen die EU und ihre Mitgliedstaaten daher vor der dringenden Aufgabe, ihre Kommunikationsbemühungen zu verstärken.
Aus der jüngsten Umfrage von Eurobarometer geht hervor, dass
viele EU-Bürger kaum über den neuen Verfassungsvertrag Bescheid
wissen. Im Zuge des Ratifikationsprozesses stehen die EU und ihre
Mitgliedstaaten daher vor der dringenden Aufgabe, ihre
Kommunikationsbemühungen zu verstärken.
Aus der letzten Umfrage von Eurobarometer geht hervor, dass ein
Drittel der EU-Bürger noch nicht einmal weiß, dass es überhaupt
eine Verfassung gibt und mehr als die Hälfte (56 %) wissen nur
wenig über ihren Inhalt. Wenn man sich verschiedene
Bevölkerungsgruppen anschaut, geht hervor, dass mehr Frauen als
Männer noch nie etwas von der Verfassung gehört haben (38 %
gegenüber 27 %). Überraschenderweise weiß die Altersgruppe von 15
bis 24, die normalerweise am empfänglichsten ist, am wenigsten über
die Verfassung. 43 % der Befragten in dieser Gruppe gaben an, noch
nie von ihr gehört zu haben. Die Gruppe der 40- bis
54-Jährigen weiß am besten Bescheid.
Weniger überraschend ist, dass die Befragten mit einem relativ
niedrigen Schulabschluss am wenigsten über die Existenz der
Verfassung wissen. Ferner geht aus der Umfrage hervor, dass die
Bürger in Spanien, wo das erste Verfassungsreferendum abgehalten
wird, sowie in Portugal, Irland und Großbritannien nur wenig über
die Verfassung wissen. Insgesamt erklärten 49 % der Befragten, dass
sie den Vertrag befürworteten, während 16 % ihn ablehnen. Es
erscheint besonders besorgniserregend, dass der Rest noch
unentschlossen ist.
Großbritannien ist das einzige Land, in dem eine Mehrheit der
Befragten sich ablehnend zur Verfassung äußert (30 % gegenüber 20
%). 38 % der Befürworter gaben an, dass sie den Verfassungsvertrag
vor allem deswegen unterstützten, weil er wesentlich für das
europäische Projekt sei. Die Verfassungsgegner befürchten vor allem
(37 %) einen ‚Souveränitätsverlust’. Die Umfrageergebnisse deuten
darauf hin, dass die Wahlbeteiligung in Spanien bei um 36 % liegen
wird.
Die Befragten betrachten ihre Regierungen als die verlässlichste
Informationsquelle (22 %), danach erst kommen Journalisten (16
%), das Europäische Parlament (15 %) und die
Europäische Kommission (11 %).