Energiekrise: Tschechische Ratspräsidentschaft bietet zwei Lösungen an
Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft sieht die Entkopplung von Gas- und Strompreisen sowie Preisobergrenzen für Strom aus allen Energiequellen außer Erdgas als machbare Lösungsansätze für die Energiekrise.
Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft sieht die Entkopplung von Gas- und Strompreisen sowie Preisobergrenzen für Strom aus allen Energiequellen außer Erdgas als machbare Lösungsansätze für die Energiekrise, sagte der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Síkela am Dienstag vor Journalisten.
Der erste Vorschlag sieht eine Entkopplung der Gas- und Strompreise vor.
„Das bedeutet, dass sich die hohen Gaspreise, die derzeit Gegenstand eines Energiekriegs sind, nicht auf die Strompreise auswirken sollten“, sagte Síkela. Die Entkopplung der Preise könnte jedoch die Nachfrage nach Gas erhöhen und zu dessen Verknappung führen, so Síkela.
Der zweite Vorschlag sieht die Lösung in der Festsetzung von Höchstpreisen für alle Arten der Stromerzeugung mit Ausnahme von gasbefeuerten Quellen, wie die tschechische Nachrichtenagentur mitteilte.
Die EU-Energieminister treffen sich am Freitag in Brüssel, und Síkela ist überzeugt, dass bei dem Treffen eine Lösung gefunden werden wird.
„Es gibt einen überwältigenden Konsens (unter den EU-Mitgliedstaaten), dass wir die Märkte liquide machen müssen, was bedeutet, dass wir den Händlern genügend Liquidität zur Verfügung stellen müssen, damit sie überhaupt handeln können“, sagte Síkela.
Prag will am Mittwoch eine Zusammenfassung der Positionen der einzelnen Länder veröffentlichen.
Unterdessen bereitet Tschechien eine nationale Lösung für die hohen Energiepreise vor, die die EU-weite Lösung ergänzen könnte.
Nach Angaben des tschechischen Premierministers Petr Fiala werden die konkreten Maßnahmen je nach den Ergebnissen des Treffens der Energieminister am Freitag veröffentlicht.
„Ich sehe mehr und mehr Unterstützung für eine europäische Lösung, die es vor einem Monat noch nicht gab“, sagte Fiala.