Energiesparen in Österreich: Ministerin fordert zu Verhaltensänderungen auf
Österreich appelliert an seine Bürger:innen, Verhaltensanpassungen vorzunehmen, um den Stromverbrauch des Landes um 11 Prozent zu senken. Dies geht aus einer neuen Kampagne hervor, die Klimaschutzministerin Leonore Gewessler am Montag (12. September) vorgestellt hat.
Österreich appelliert an seine Bürger:innen, Verhaltensanpassungen vorzunehmen, um den Stromverbrauch des Landes um 11 Prozent zu senken. Dies geht aus einer neuen Kampagne hervor, die Klimaschutzministerin Leonore Gewessler am Montag (12. September) vorgestellt hat.
Die neue Energiesparkampagne der österreichischen Bundesregierung trägt den Titel „Mission 11.“
„Heute starten wir die Mission 11 und wir hoffen, dass so viele wie möglich dabei sind“, sagte die Klimaschutzministerin.
Die rund vier Millionen österreichischen Haushalte seien aufgefordert, durch „kleine Änderungen unseres Verhaltens“ zu den allgemeinen Energiespar-Bemühungen beizutragen, so Gewessler.
Zwar würden auch andere Maßnahmen getroffen, um die Abhängigkeit vom Gas zu verringern, etwa durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und eine „Transformation der Industrie“, doch müsse man weiterhin vorsichtig sein.
Die neue Kampagne gibt Energiespartipps weiter, wie beispielsweise Heizungen um zwei Grad herunterzudrehen, Geräte komplett auszuschalten und zu duschen statt zu baden, und deckt die Bereiche Strom, Wärme, Mobilität und Warmwasser ab.
Um den Winter zu überstehen, würden die Gasspeicher gefüllt, und „im Idealfall“ werde der kommende Winter „nicht viel anders sein als andere Winter“, fügte Gewessler hinzu.
ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher betonte, es gehe darum, das Bewusstsein fürs Energiesparen zu stärken. Die Generalsekretärin der Energiewirtschaft, Barbara Schmidt, merkte ihrerseits an, dass viele der Empfehlungen zwar trivial und bekannt seien, „aber man sollte diese einfachen Tipps im Hinterkopf behalten.“
Die Kampagne komme „Monate zu spät“, sagte Karin Doppelbauer, die Energiesprecherin der liberalen NEOS-Partei, die derzeit in der Opposition ist. Auch arbeite die Regierung selbst „mit ihrer falsch konstruierten Strompreisbremse gegen die Kampagne, weil sie die Mehrheit der Haushalte eben nicht zum Energiesparen anregt“, fügte sie hinzu.
Nach Ansicht der Umweltorganisationen Greenpeace und WWF stelle die Energiesparkampagne einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar. Weitere Maßnahmen, wie die Durchsetzung eines Energieeffizienzgesetzes, seien jedoch ebenfalls erforderlich.