EU bekämpft Stromfresser

Kühlschränke und Fernseher werden in den kommenden Jahren energieeffizienter. Andernfalls erhalten sie in der EU keine Zulassung mehr.

Alte Kühlschränke fressen extrem viel Strom. Foto: Michael Bührke / pixelio.de
Alte Kühlschränke fressen extrem viel Strom. Foto: Michael Bührke / pixelio.de

Kühlschränke und Fernseher werden in den kommenden Jahren energieeffizienter. Andernfalls erhalten sie in der EU keine Zulassung mehr.

Die Kommission hat weitere Ökodesign-Verordnungen erlassen. Die Produktvorgaben sollen die Energieeffizienz von Industriemotoren, Umwälzpumpen, Fernsehern, sowie Kühl- und Gefriergeräten steigern. Ab 2020 könnten jährlich 190 Terawattstunden Strom eingespart werden, teilte die Behörde am 22. Juli 2009 mit. Dies entspreche dem Jahresverbrauch von Österreich und Schweden zusammen.

Energie-Kommissar Andris Piebalgs erklärte: "Dieses Paket ist ein Meilenstein bei der Verwirklichung unserer Ziele hinsichtlich Energieeffizienz, Klimawandel und Wirtschaftsaufschwung."

Motoren sollen nicht ständig maximale Leistung bringen

Die größten Energiesparpotenziale erhofft sich die Kommission von Elektromotoren in der Industrieproduktion, etwa in Frachtaufzügen. Hier soll der Verbrauch um 135 Terawattstunden pro Jahr sinken. Gefördert werde der Einsatz von "drehzahlsteuerbaren" Antrieben. Sie lassen sich entsprechend dem tatsächlichen Bedarf betreiben, anstatt ständig mit maximaler Leistung zu laufen.

Bei Umwälzpumpen soll eine Marktverschiebung zu hocheffizienten, "intelligenten" Geräten sattfinden.

Folgen für Europas private Haushalte

Fernseher dürfen der Verodnung zufolge ab dem 20. August 2010 maximal so viel Strom verbrauchen wie heute der Durchschnitt der Geräte. Zwei Jahre später muss die Effizienz 20 Prozent über diesem Wert liegen. Die Verbrauchsobergrenzen für Kühlschränke werden in mehreren Schritten so herabgesetzt, dass Geräte, die heute zur Klasse "A" gehören, vom Markt verschwinden.

Hintergrund

Die Oködesign-Rahmenrichtlinie von 2005 ermöglicht der EU-Kommission, ökologische Standards für "energiebetriebene" Produkte zu setzen. Im Fokus stehen dabei Anforderungen an die Energie-Effizienz. Zukünftig kann die Kommission auch Standards für Produkte setzen, die nur indirekt zum Energieverbrauch beitragen.

Prominentester Anwendungsfall der Ökodesign-Richtlinie ist das Verbot klassischer Glühbirnen, die ab dem 1. September 2009 aus den Läden verschwinden sollen. Im Alltag der EU-Bürger ist die Richtlinie auch durch die Buchstaben "CE" auf  Geräten wie Druckern, Fernsehern und Netzteilen sichtbar. Die Kennzeichnung steht für die Erfüllung der Ökodesign-Standards.

awr

Weiterführende Dokumente

Europäische Kommission: Mitteilung zum Arbeitsprogramm für die Jahre 2009-2011 gemäß der Ökodesign-Richtlinie