EU einigt sich auf Regeln für grüne Anleihen

Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten haben sich am Dienstag (28. Februar) darauf geeinigt, Anforderungen für einen europäischen Standard für grüne Anleihen festzulegen, um finanzielles Greenwashing zu verhindern.

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Die EU-Unterhändler einigten sich am 28. Februar auf Regeln, die festlegen, welche Finanzprodukte als europäische grüne Anleihen bezeichnet werden können. [[EPA-EFE/OLIVIER HOSLET]]

Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten haben sich am Dienstag (28. Februar) darauf geeinigt, Anforderungen für einen europäischen Standard für grüne Anleihen festzulegen, um finanzielles Greenwashing zu verhindern.

Die EU-Kommission hatte den Vorschlag zur Regulierung der Verwendung des Begriffs „European Green Bond“ – oder EuGB – für ökologisch nachhaltige Anleihen erstmals im Juli 2021 vorgelegt. Ziel der Verordnung ist es, zu definieren, welche Finanzprodukte als europäische grüne Anleihen bezeichnet werden können.

Dies soll dazu beitragen, das Greenwashing von Finanzprodukten zu verhindern – etwas, das sowohl von Umweltorganisationen als auch von internationalen Finanzinstitutionen wie dem Internationalen Währungsfonds angeprangert wird.

Am Dienstag erzielten die Verhandlungsführer der EU-Institutionen eine vorläufige Einigung über die Regeln, die es den Anlegern ermöglichen sollen, Anleihen, die mit den grünen Zielen der EU übereinstimmen, besser zu erkennen und gleichzeitig das Risiko von Greenwashing zu verringern, da der Markt für grüne Anleihen rasch wächst.

„Heute Abend hat die EU mit der Verabschiedung der weltweit ersten Verordnung über grüne Anleihen einen großen Schritt zur Ökologisierung dieses riesigen Marktes getan“, sagte der Europaabgeordnete Paul Tang (S&D), der Chefverhandler des Europaparlaments für das Dossier.

Auch die für Finanzdienstleistungen zuständige EU-Kommissarin Mairead McGuinness begrüßte die vorläufige Einigung.

„Mit dem European Green Bond Standard schaffen wir einen neuen Goldstandard für Unternehmen, die beim Übergang zur Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle einnehmen wollen“, sagte sie am Mittwoch in einer Erklärung.

Nach den vorgeschlagenen Regeln müssen Emittenten, die den europäischen Standard für grüne Anleihen nutzen wollen, nachweisen, dass die Erlöse aus dem Verkauf ihrer Anleihen mit dem EU-Taxonomie-Regelwerk übereinstimmen. Dieses definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als nachhaltig gelten.

Gleichzeitig wird ihnen ein Spielraum von 15 Prozent für wirtschaftliche Aktivitäten eingeräumt, die noch nicht von der EU-Taxonomie abgedeckt sind.

EU-Standard soll „globale Referenz“ sein

Mit der Verordnung wird auch ein Rechtsrahmen für die Registrierung und eine Beaufsichtigung durch unabhängige Prüfer geschaffen. Diese sollen sicherstellen, dass europäische grüne Anleihen positive Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Die Vorschriften umfassen auch eine standardisierte Vorlage für Emittenten anderer ökologisch nachhaltiger Anleihen. Die Kommission geht davon aus, dass auch die Vorlage dazu beitragen wird, Greenwashing-Praktiken auf dem Anleihemarkt zu verhindern. Die Verwendung der Vorlage wird jedoch „streng freiwillig“ sein, so die Kommission.

Die EU-Abgeordneten hoffen auch, dass der EU-Standard für grüne Anleihen international übernommen wird.

„Wir sind zuversichtlich, dass dieser europäische Standard eine globale Referenz für nachhaltige Investitionen werden wird“, sagte der liberale EU-Abgeordnete Gilles Boyer (Renew Europe) in einer Erklärung.

Das Konzept der grünen Anleihen wurde jedoch von einigen NGOs wie Reclaim Finance kritisiert, die argumentierten, dass es umweltschädlichen Unternehmen erlaubt, grüne Anleihen auszugeben, solange die Erlöse aus dem Anleiheverkauf für Aktivitäten verwendet werden, die unter die EU-Taxonomie fallen.

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament müssen nun die Verordnung formell verabschieden, die ein Jahr nach ihrer Verabschiedung in Kraft treten wird.

János Allenbach-Ammann trug zu dieser Berichterstattung bei.

[Bearbeitet von János Allenbach-Ammann/Nathalie Weatherald]