EU-Gebäuderichtlinie sorgt in Italien weiterhin für Wogen

Der EU-Vorstoß für effizientere Gebäude hätte in Italien verheerende Auswirkungen, so der Chef des Hausbesitzserverbandes Giorgio Spaziani Testa. Er forderte dazu auf, die Ersparnisse italienischer Familien zu schützen.

EURACTIV.it
Window,In,Rome
Das Europäische Parlament hat die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Energieeffizienz von Gebäuden im Gegenzug für mehr Mittel zur Unterstützung von Renovierungen nach oben korrigiert, aber in Italien hat sich ein Chor von Gegenstimmen erhoben, der ein Überdenken der Richtlinie fordert. [Shutterstock/Adisa]

Der EU-Vorstoß für effizientere Gebäude hätte in Italien verheerende Auswirkungen, so der Chef des Hausbesitzserverbandes Giorgio Spaziani Testa. Er forderte dazu auf, die Ersparnisse italienischer Familien zu schützen.

Das Europäische Parlament hat die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Energieeffizienz von Gebäuden im Gegenzug für mehr Mittel zur Unterstützung von Renovierungen nach oben korrigiert, aber in Italien hat sich ein Chor von Gegenstimmen erhoben, der ein Überdenken der Richtlinie fordert.

„Der Text (…) würde in Italien verheerende Auswirkungen haben“, so Testa, der die Politiker:innen auffordert, „die Ersparnisse von Millionen italienischer Familien, die Schönheit unseres baulichen Erbes und die Freiheit der europäischen Länder, ihre eigenen Bedürfnisse zu ermitteln und ihre eigenen Prioritäten festzulegen, zu verteidigen.“

Die Änderungsanträge zur Richtlinie werden von den Christdemokraten (EVP/Forza Italia), den Sozialisten (S&D/PD), den Liberalen (Renew/IV/Action), den Grünen und den Linken getragen und werden am 9. Februar zum ersten Mal zur Abstimmung kommen.

Identität und Demokratie (ID), der die Liga angehört, und die Konservativen (ECR) unter Führung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (FDI) sind weiterhin dagegen.

Die Liga hat bereits versprochen, zu „kämpfen.“ Laut der Lega-Abgeordneten Isabella Tovaglieri macht der in der Vereinbarung vorgesehene Zeitplan die energetische Sanierung von Gebäuden „undurchführbar“ und prangerte „das ideologische Abdriften des EP“ an.

Tovaglieri betonte, dass man das Ziel der Energieeffizienz in Gebäuden teile, aber von der EU eine „weltlichere Position“ erwarte, die europäische Ressourcen und einen angemessenen Zeitrahmen vorsehen sollte.

„Wenn die notwendigen Mittel nicht zur Verfügung stehen, riskieren wir einen Bumerang, insbesondere im Hinblick auf unser Land (…) Wir erwarten von den anderen (italienischen) Parteien, dass sie dem von uns eingeschlagenen Kurs folgen“, fügte sie hinzu.

In Italien protestieren sowohl die Confedelizia als auch der Nationale Verband der Bauunternehmer (Ance) gegen die Richtung der Richtlinie.

„Im Zeitraum 2017-2019 haben wir durchschnittlich 2.900 Gebäude pro Jahr renoviert. Daher werden 630 Jahre benötigt, um den ersten Schritt der EU-Richtlinie zu erreichen, und 3.800 Jahre, um die vollständige Dekarbonisierung von Gebäuden zu erreichen“, sagten Vertreter:innen von Ance bei einer Anhörung in der Abgeordnetenkammer.

„Wir haben die technischen Kapazitäten, um diese Maßnahmen durchzuführen, und wir haben in den letzten zwei Jahren (dank der nationalen Finanzierung) bewiesen, dass wir dieses Tempo beibehalten können, aber wir brauchen die Politik und die Instrumente, die europäische und nationale Finanzierung, die uns erlauben, dieses Tempo beizubehalten und das Ziel zu erreichen“, erklärten sie.