EU: mehr aserbaidschanisches Gas inmitten von Preisrekorden und Lieferengpässen
Die EU bemüht sich um mehr Erdgas aus Aserbaidschan, sagte ein EU-Beamter am Freitag (4. Februar). Europa kämpft mit historisch hohen Strompreisen und Lieferengpässen aus Russland.
Die EU bemüht sich um mehr Erdgas aus Aserbaidschan, sagte ein EU-Beamter am Freitag (4. Februar). Europa kämpft mit historisch hohen Strompreisen und Lieferengpässen aus Russland.
Die EU bemüht sich derzeit darum, Erdgaslieferungen aus anderen Quellen als Russland zu sichern und Notfallpläne für den Fall einer Unterbrechung der Gasversorgung zu erstellen. Die Möglichkeiten Aserbaidschans, mehr Brennstoffe zu fördern und zu exportieren, sind jedoch begrenzt.
Zu diesem Zweck ist Energiekommissarin Kadri Simson in das energiereiche Aserbaidschan gereist, um sich dort mit Mukhtar Babayev, dem Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen der ehemaligen Sowjetrepublik zu treffen
Very good in depth discussion on #energy co-operation with @ParvizShahbazov, the Energy Minister of 🇦🇿
We agreed to step-up our partnership, both in the gas sector, but also in the field of #renewables. pic.twitter.com/nOWPtxeguF
— Kadri Simson (@KadriSimson) February 4, 2022
Die zunehmenden Spannungen im Konflikt zwischen dem Westen und Russland um die Ukraine haben die Besorgnis über russische Gaslieferungen nach Europa – und deren mögliche Unterbrechung – verstärkt und die Europäische Kommission und die Vereinigten Staaten veranlasst, nach Alternativen zu suchen.
Simson sagte bei einer Pressekonferenz in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku, die EU erhoffe sich von der Transadriatische Pipeline (TAP) eine Erhöhung der Gasexporte aus Aserbaidschan in die EU.
Sie sagte, die EU hoffe, dass die TAP ihre Exportkapazität von derzeit etwa 8 Milliarden Kubikmetern pro Jahr auf 10 Milliarden Kubikmeter (bcm) erhöhen werde.
Die TAP hat im vergangenen Jahr mehr als 8,1 Milliarden Kubikmeter Gas aus Aserbaidschan nach Europa befördert, wovon insgesamt 6,8 Milliarden Kubikmeter nach Italien transportiert wurden.
Es handelt sich um die letzte Etappe eines 40 Milliarden Dollar schweren Projekts mit dem Namen Südlicher Gaskorridor.
In einer Pressemitteilung sagte Simson, dass „der aktuelle Kontext“ die Frage in den Mittelpunkt gerückt habe, „ob wir durch diesen Korridor kurzfristig die Gasversorgung erhöhen können, um das Defizit anderer Pipelines auszugleichen“.
„Wir […] haben darüber gesprochen, wie wir den Südlichen Gaskorridor auf die nächste Stufe bringen können. Wir haben die Aussichten für eine Ausweitung der Infrastruktur, insbesondere auf den westlichen Balkan, erörtert“, sagte die EU-Kommissarin.
Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew erklärte am Freitag, dass das Land im vergangenen Jahr 19 Milliarden Kubikmeter Gas exportiert habe, darunter 8,5 Milliarden Kubikmeter in die Türkei. Der Rest wurde nach Italien, Georgien, Griechenland und Bulgarien geliefert.
Der bulgarische Energieminister Alexander Nikolov besuchte Aserbaidschan am selben Tag wie Simson.
My colleague Alexander Nikolov stressed that the #gas from Azerbaijan to #Bulgaria is regularly supplied through #SGC. pic.twitter.com/vfkga6jTC8
— Parviz Shahbazov (@ParvizShahbazov) February 4, 2022
Bulgarien hat mit Aserbaidschan ein Abkommen zur Einfuhr von einer Milliarde Kubikmeter Gas pro Jahr über den südlichen Gaskorridor geschlossen, was einem Drittel des bulgarischen Bedarfs entspricht. Das Land ist jedoch nicht in der Lage, die gesamte Menge in Anspruch zu nehmen, da die Gaspipeline, die Bulgarien mit Griechenland verbindet (ICBG oder Stara Zagora – Komotini), noch im Bau ist.