EU prüft Lufthansa-Deal
Die geplante Übernahme der Austrian Airlines (AUA) durch die Lufthansa ist weiter unsicher. Die EU-Kommission hat überraschend eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme eingeleitet.
Die geplante Übernahme der Austrian Airlines (AUA) durch die Lufthansa ist weiter unsicher. Die EU-Kommission hat überraschend eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme eingeleitet.
Die Kommission nimmt die geplanten Übernahme von Austrian Airlines durch Lufthansa nun genauer unter die Lupe, "da sie befürchtet, dass das Vorhaben auf einigen Strecken zu höheren Preisen und einem verringerten Flugangebot führen könnte", begründete EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwochabend die Entscheidung.
Die Lufthansa hatte die Bedingung gestellt, bis Ende Juli eine positive Entscheidung aus Brüssel zu bekommen. Bei einer Verzögerung, zu harten Auflagen oder einer Insolvenz der AUA kann die deutsche Fluglinie die Übernahme platzen lassen.
Neben der Fusionsfreigabe durch die EU, wartet Lufthansa auch auf grünes Licht für die österreichische Staatshilfe in Höhe von 500 Millionen Euro, die AUA vor der Pleite retten soll.
Nach der überraschenden Entscheidung aus Brüssel unterstrich Lufthansa, dass die Übernahme ohne die beiden Zusagen aus Brüssel nicht zustande kommen wird: "Diese Bedingungen des Übernahmeangebotes müssen bis zum 31. Juli 2009 erfüllt sein."
In den kommenden Wochen wird es also harte Verhandlungen zwischen Lufthansa und Kommission geben, wobei unklar ist, wann und unter welchen Auflagen die EU-Wettbewerbshüter die Fusion freigeben wird. Eine vertiefte Prüfung kann bis zu 90 Tagen dauern.
Im Blickpunkt der EU-Prüfung stehen vor allem die Strecken zwischen Wien und Frankfurt, München, Stuttgart, Köln, Zürich, Genf sowie Brüssel.
Lufthansa teile unterdessen mit, dass die der geplante AUA-Übernahme bereits durch die Kartellbehörden in den USA, Kanada, Türkei, Israel, Albanien, Bosnien und Ukraine abgesegnet wurden. Die Freigabe für Serbien werde in Kürze erwartet.
Im Mai und im Juni hatte die Kommission bereits die Lufthansa-Übernahmen von British Midland und Brussels Airlines genehmigt (siehe EURACTIV.de vom 22. Juni 2009).
Austrian Airlines mit den Tochterunternehmen Lauda Air und Tyrolean Airways
ist die größte österreichische Fluggesellschaft mit Hauptdrehkreuz in Wien.
mka
Weitere Dokumente
Lufthansa: Stellungnahme zur Prüfung der AUA-Übernahme