EU-Vergeltungszölle treten morgen in Kraft

"Die Maßnahmen zielen unmittelbar auf eine Liste von Produkten im Wert von 2,8 Milliarden Euro ab und treten am Freitag, dem 22. Juni, in Kraft", erklärte die EU-Kommission.

Euractiv.de
European Parliament sitting in Strasbourg
EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. [EPA-EFE/PATRICK SEEGER]

Ab morgen erhebt die EU Vergeltungszölle auf US-Produkte. Damit reagiert sie auf die Stahl- und Aluminiumzölle, mit denen die USA europäische Anbieter belegen.

„Die Maßnahmen zielen unmittelbar auf eine Liste von Produkten im Wert von 2,8 Milliarden Euro ab und treten am Freitag, dem 22. Juni, in Kraft“, erklärte die Brüsseler Behörde. Die Zölle sollen neben Stahlprodukten auch Waren wie Bourbon-Whiskey, Erdnussbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi’s-Jeans treffen.

Die USA erheben seit dem 1. Juni Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminiumimporte aus der EU. Die „einseitige und ungerechtfertigte Entscheidung der USA“ lasse der EU keine andere Wahl, erklärte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström als Begründung für die Gegenmaßnahmen. Die EU könne den Rechtsbruch der USA nicht hinnehmen.

Die EU hatte ihre Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent vorsorglich schon vor Wochen bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Mit Spannung wird in Brüssel nun erwartet, wie US-Präsident Donald Trump reagiert. Er wirft den Europäern vor, mit einem hohen Handelsüberschuss der US-Wirtschaft zu schaden. Er drohte für den Fall europäischer Gegenzölle bereits mit Strafzöllen auch auf europäische Autos und Autoteile. Das bereitet insbesondere der angeschlagenen deutschen Autoindustrie Kopfschmerzen.