EU zieht Notbremse bei Haferimporten aus der Ukraine

Das Getreide ist das erste landwirtschaftliche Erzeugnis, das ab Dienstag (19. Juni) nicht mehr von Zöllen befreit ist. Es überschreitet die in der jüngsten Verordnung über vorübergehende Handelsvorteile für die Ukraine festgelegte Obergrenze.

Euractiv.com
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Hafer ist eines der sensiblen Produkte, die unter die autonomen Handelsmaßnahmen für die Ukraine fallen. Diese Maßnahmen sollen die Wirtschaft Kyjiws unterstützen und sind am 6. Juni in Kraft getreten. [SHUTTERSTOCK/Irina Gutyryak]

Das Getreide ist das erste landwirtschaftliche Erzeugnis, das ab Dienstag (19. Juni) nicht mehr von Zöllen befreit ist. Es überschreitet die in der jüngsten Verordnung über vorübergehende Handelsvorteile für die Ukraine festgelegte Obergrenze.

Hafer ist eines der sensiblen Produkte, die unter die autonomen Handelsmaßnahmen für die Ukraine fallen. Diese Maßnahmen sollen die Wirtschaft Kyjiws unterstützen und sind am 6. Juni in Kraft getreten.

Nach monatelangen Protesten der Landwirte, insbesondere in den Nachbarstaaten der Ukraine, begannen das Europäische Parlament und der Rat der EU zermürbende Verhandlungen über eine entsprechende Verordnung.

Die endgültige Einigung spiegelte die Spannungen im EU-Parlament und im Rat wider. Sie enthielt eine Klausel, die die automatische Wiedereinführung von Zöllen vorsieht, wenn die Einfuhren „sensibler Produkte“ – Geflügel, Eier, Zucker, Hafer, Mais, Getreide und Honig – über den Durchschnitt eines Referenzzeitraums von der zweiten Hälfte des Jahres 2021 bis 2023 steigen.

„Für Hafer liegt dieser Durchschnitt bei 2.440,56 Tonnen“, erklärte die Europäische Kommission am Dienstag (18. Juni) in einer Pressemitteilung. Die Importe seit Anfang 2024 „liegen über dieser Menge“, fügte sie hinzu und kündigte die Wiedereinführung des Zollkontingents aus dem Freihandelsabkommen mit der Ukraine von 2016 an.

Ende Mai warnten die ukrainischen Erzeuger, dass auch der Zucker an die Obergrenze stoße. Sie forderten Kyjiw auf, die Grenze für Zuckerexporte in die EU bis Ende 2024 zu schließen.

Nach Angaben der EU-Kommission exportiert die Ukraine Hafer nicht nur in die EU, sondern auch in viele Drittstaaten, vor allem in Asien und Nordafrika.

Von Januar bis Mai 2024 gingen die Getreideexporte der Ukraine über den rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 3,5 Millionen Tonnen zurück. Das teilte die Hafenbehörde am Dienstag gegenüber Reuters mit. Kyjiw verlasse sich stattdessen zunehmend auf seine eigenen Häfen.

[Bearbeitet von Rajnish Singh]