Euro-Zone: Arbeitslosenquote runter, Industriewachstum hoch

Gute Nachrichten für die Euro-Länder: Die Arbeitslosenquote ist seit 2011 erstmals unter zehn Prozent gefallen. Seit der Trump-Wahl wächst die Industrie zudem wieder kräftig.

Arbeitskosten im EU-Vergleich: Deutschland auf Rang acht. ©dpa
"Die deutsche Industrie beendet das Jahr 2016 auf hohem Niveau", sagte Markit-Experte Philip Leake [Foto: dpa]

Gute Nachrichten für die Euro-Länder: Die Arbeitslosenquote ist seit 2011 erstmals unter zehn Prozent gefallen. Seit der Trump-Wahl wächst die Industrie zudem wieder kräftig.

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist erstmals seit fünfeinhalb Jahren unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen. Im Oktober habe die Rate 9,8 Prozent betragen, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mit. Zugleich korrigierte sie ihre Berechnungen für September: Demnach lag die Arbeitslosenquote in diesem Monat bei 9,9 Prozent und nicht, wie zuvor angegeben, bei zehn Prozent. Zuletzt war im April 2011 ein Wert unter zehn Prozent verzeichnet worden.

Für die EU insgesamt gab Eurostat die Oktober-Quote mit 8,3 Prozent an. Im September war sie mit 8,4 Prozent etwas höher gewesen.

Eine der geringsten Arbeitslosenquoten gab es im Oktober in Deutschland –
Eurostat gab den Wert mit 4,1 Prozent an. Dagegen waren nach den letzten
verfügbaren Zahlen vom August in Griechenland mit 23,4 Prozent und vom Oktober in Spanien mit 19,2 Prozent erneut viele Menschen ohne Job. Insgesamt zählten die Statistiker in der Eurozone rund 15,9 Millionen Arbeitslose.

Kein Trump-Schock

Der Industrie in der Euro-Zone ist ein Trump-Schock erst einmal erspart geblieben. Im Gegenteil: Ihre Geschäfte wuchsen im November ungeachtet der überraschenden Wahl von Donald Trump zum US -Präsidenten so kräftig wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 0,2 auf 53,7 Punkte, wie das IHS-Markit-Institut am Donnerstag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. „Begünstigt vom schwachen Außenwert des Euro und der anziehenden Nachfrage konnten sie die politische Unsicherheit weitgehend abschütteln“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das Barometer liegt nun schon seit 41 Monaten über der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert. Eine so lange positive Phase gab es noch nie.

Der billigere Euro macht Waren im Ausland preislich attraktiver, weshalb die Exportnachfrage anzog. Sie war so stark wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Aber auch aus dem Binnenmarkt gingen mehr Bestellungen bei der Industrie ein. Die Unternehmen stellten deshalb erneut neue Mitarbeiter ein.

Besonders gut liefen die Geschäfte in den Niederlanden, Österreich und Spanien sowie in Deutschland. Hier gab das Barometer zwar um 0,7 auf 54,3 Zähler nach, hielt sich aber nahe seinem Drei-Jahres-Hoch. „Die deutsche Industrie befindet sich nach wie vor in bester Verfassung“, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike.