Europas Schuldenkrise: Jetzt auch noch Slowenien?
Sloweniens Notenbankchef Marko Kranjec mahnt sein Land zu Reformen und Haushaltsdisziplin. Von griechischen Verhältnissen ist man in Ljubljana allerdings noch weit entfernt.
Sloweniens Notenbankchef Marko Kranjec mahnt sein Land zu Reformen und Haushaltsdisziplin. Von griechischen Verhältnissen ist man in Ljubljana allerdings noch weit entfernt.
Sloweniens Notenbankchef Marko Kranjec hält sein Land für einen Krisen-Kandidaten in der Euro-Zone. "Slowenien sollte sich bewusst sein, dass es nur einen kleinen Schritt von einer kritischen Situation entfernt ist", warnte Kranjec am Freitag laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Sollte die Pensionsreform scheitern und der Staat weiter Kredite aufnehmen müssen, droht eine ähnliche Situation wie in den Ländern mit einer Schuldenkrise."
Das einstige Musterland unter den jungen EU-Staaten wurde hart von der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen. 2009 ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 8,1 Prozent zurück. 2011 erwartet die EU-Kommission ein Wachstum von 1,9 Prozent des BIP. 2012 sollen es dann 2,5 Prozent sein. Ohne einen grundsätzlichen Politikwechsel steuert Slowenien laut Kommission in diesem Jahr auf eine Neuverschuldung von 5,8 Prozent des BIP zu. 2012 rechnet die Kommission dann mit 5 Prozent. Die Maastricht-Kriterien erlauben 3 Prozent. Slowenien ist seit 2007 Teil der Eurozone.
Verglichen mit anderen Euro-Ländern scheint die Haushaltslage in Slowenien noch robust. Bis 2012 soll die Gesamtverschuldungsquote auf 46 Prozent des BIP steigen. In Deutschland erwartet die EU-Kommission 81 Prozent, in Griechenland 166,1 Prozent.
EURACTIV/rtr/awr
Links
Dokumente
EU-Kommission: European Commission – European Economic Forecast Spring 2011. Forecast for Slovenia (13. Mai 2011)
EU-Kommission: European Commission – European Economic Forecast Spring 2011. Full Forecast for Slovenia (13. Mai 2011)
EU-Kommission: European Commission – European Economic Forecast Spring 2011 (13. Mai 2011)
Mehr zum Thema auf EURACTIV.de
EU-Frühjahrsprognose 2010-2011. Aufschwung bleibt gefährdet (13. Mai 2011)
IWF drängt auf EU-Zusagen für Griechenland (27. Mai 2011)