Ex-NATO-General: Risiko von Einmarsch im Baltikum ist 'real'

Das Risiko eines Krieges in den baltischen Staaten sei durchaus "real", sagte General Sir Richard Shirreff, ehemaliger stellvertretender Leiter der NATO in Europa, dem schwedischen Fernsehsender SVT in einem exklusiven Interview am Sonntag.

EURACTIV.com
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Shirreff, der zu einem Vortrag an der Königlichen Akademie der Kriegswissenschaften in Schweden weilte, machte deutlich, wohin der Kreml seiner Meinung nach steuert - und das könnte das Baltikum sein. [Shutterstock/Michal-CZ]

Das Risiko eines Krieges in den baltischen Staaten sei durchaus „real“, sagte General Sir Richard Shirreff, ehemaliger stellvertretender Leiter der NATO in Europa, dem schwedischen Fernsehsender SVT.

Shirreff, der zu einem Vortrag an der Königlichen Akademie der Kriegswissenschaften in Schweden weilte, machte deutlich, wohin der Kreml seiner Meinung nach steuert – und das könnte das Baltikum sein.

„Es ist offensichtlich. Putins Absicht war von Anfang an klar“, sagte Shirreff.

„Schließlich hat er gesagt, dass die beste Sicherheitslösung für Europa ein neues Jalta sei, was ich so interpretiere, dass er die russische Herrschaft in den ehemaligen Republiken der Sowjetunion wiederherstellen will“, erklärte er.

„Und wie wir wissen, sind Estland, Lettland und Litauen ehemalige Republiken der Sowjetunion“, fügte er hinzu.

„Dies ist eine Gefahr, die wir sehr ernst nehmen und über die wir besorgt sein müssen, nicht zuletzt, weil es in mindestens zwei dieser Länder bedeutende russischsprachige Minderheiten gibt“, sagte der General und bezog sich dabei auf Estland und Lettland, die eine beträchtliche russischsprachige Bevölkerung aufweisen.

Dies steht im Einklang mit den Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der alle Russ:innen unter dem Motto ‚Mütterchen Russland‘ vereinen möchte, so Shirreff.

Shirreff, der von 2011 bis 2014 einer der obersten Militäroffiziere der NATO war, schloss eine russische Invasion in Polen oder anderen osteuropäischen Ländern nicht aus.

„Wenn man die Sache aus einer breiteren Perspektive betrachtet, sind alle osteuropäischen Länder, die einst Teil des Warschauer Paktes waren und jetzt Teil der NATO sind, bedroht. Daher muss die NATO darauf vorbereitet sein, jede Form von Angriff auf ein NATO-Mitgliedsland abzuwehren“, ergänzte er.