EXKLUSIV: China verhängt Zölle von bis zu 11,7 % auf EU-Milchprodukte

Peking hatte bereits im vergangenen Monat hohe vorübergehende Zölle in Höhe von 21,9 % bis 42,7 % verhängt, die nun im Rahmen der endgültigen Entscheidung gesenkt werden.

EURACTIV.com
Dairy Products Tariffs
EU-Käsesorten in einem chinesischen Supermarkt. [Foto: CFOTO/Future Publishing via Getty Images]

China wird nach Abschluss einer Antisubventionsuntersuchung zu den finanziellen Beihilfen der EU für Landwirte Zölle von bis zu 11,7 % auf mehrere europäische Milchprodukte erheben, wie aus einer Euractiv vorliegenden Zolltarifliste hervorgeht.

Die im August 2024 eingeleitete Untersuchung sollte klären, ob die im Rahmen der GAP gewährten Subventionen sowie andere Arten von Zahlungen, darunter Prämien für umweltfreundliche Praktiken, den Wettbewerb verzerren und chinesischen Erzeugern schaden.

Verschiedene Käsesorten, Milch und Sahne

Die neuen Zölle werden sich auf eine Reihe von Milchprodukten auswirken, darunter verschiedene Käsesorten, Milch und Sahne. Der Liste zufolge gelten für die meisten Exporteure Zölle in Höhe von 11,7 %, während mehr als 50 Unternehmen, darunter der französische Molkereiriese Lactalis, das dänische Unternehmen Arla und das italienische Unternehmen Zanetti, einen niedrigeren Satz von 9,5 % zahlen müssen.

Peking hatte bereits im vergangenen Monat hohe vorübergehende Zölle in Höhe von 21,9 % bis 42,7 % verhängt, die nun im Rahmen der endgültigen Entscheidung gesenkt werden.

Die chinesischen Behörden gaben im Dezember bekannt, dass die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung einen Zusammenhang zwischen den EU-Subventionen und der Schädigung der chinesischen Milchwirtschaft zeigten.

EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge

Die Untersuchung der Milchwirtschaft wird neben parallelen Untersuchungen zu europäischen Schweinefleisch- und Brandy-Exporten weithin als Vergeltungsmaßnahme für die im Januar verhängten EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge angesehen.

„Wieder einmal sind Landwirte und ihre hochwertigen, wettbewerbsfähigen Produkte in einen größeren Handelsstreit verwickelt“, erklärte die EU-Landwirteorganisation Copa und Cogeca in den sozialen Medien und forderte eine „diplomatische, konstruktive Lösung“.

Angelo Di Mambro hat zu diesem Bericht beigetragen.

(adm, aw)