Finnische Gewerkschaften besorgt über mögliche rechte Regierung

Die finnischen Gewerkschaften befürchten, dass die wahrscheinliche künftige Rechtsregierung ihre traditionell starke Rolle bei Tarifverhandlungen beeinträchtigen und die Leistungen für Arbeitnehmer schwächen könnte.

Euractiv.com
Editor,10.03.2019,Helsinki,Finland,Building,Of,Several,Workers,Unions,With
Den durchgesickerten Informationen zufolge diskutieren die Parteien über die Abschaffung des Steuerabzugsrechts für Gewerkschaftsbeiträge und darüber, ob die Gewerkschaften weiterhin von der Zahlung der Kapitalertragssteuer befreit werden können. Letzteres ist noch ein heikles Thema. [Shutterstock/Janus Orlov]

Die finnischen Gewerkschaften befürchten, dass die wahrscheinliche künftige Rechtsregierung ihre traditionell starke Rolle bei Tarifverhandlungen beeinträchtigen und die Leistungen für Arbeitnehmer schwächen könnte.

Die bereits in der sechsten Woche stattfindenden Koalitionsgespräche zwischen der Nationalen Koalitionspartei (NCP), der Partei „Die Finnen“, den Christdemokraten und der Schwedischen Volkspartei beunruhigen die Gewerkschaften.

Den durchgesickerten Informationen zufolge diskutieren die Parteien über die Abschaffung des Steuerabzugsrechts für Gewerkschaftsbeiträge und darüber, ob die Gewerkschaften weiterhin von der Zahlung der Kapitalertragssteuer befreit werden können. Letzteres ist noch ein heikles Thema.

Den Informationen zufolge wollen die Parteien auch lokale Tarifverträge auf Unternehmensebene anstelle von allgemeinen Tarifverträgen fördern – ein Schritt, der den Status der Gewerkschaften noch weiter aushöhlen würde.

Die Parteien wollen auch den Arbeitgeberverbänden mehr Aufmerksamkeit schenken, da die Arbeitgeber allmählich eine gewisse Scheu vor Streiks und Protesten entwickelt haben, die sie als politisch und vertragsbrüchig ansehen.

Besorgniserregend für die Gewerkschaften ist auch das wahrscheinliche Vorgehen der künftigen Rechtsregierung in Bezug auf die Arbeitslosenunterstützung. Es wird nämlich vermutet, dass sie die maximale Bezugsdauer der Arbeitslosenunterstützung von derzeit 500 Tagen verkürzen oder die Zahlungen im Laufe der Zeit reduzieren wird.

Als Finnland das letzte Mal von 2015 bis 2019 eine rechtsgerichtete Regierung hatte, waren die Beziehungen zu den Gewerkschaften bereits äußerst angespannt. Dies könnte sich nach der Bildung der neuen wahrscheinlichen rechtsgerichteten Regierung wiederholen – auch wenn die populistische Partei „Die Finnen“ sich selbst als Bewegung der Arbeitnehmer bezeichnet.