Finnland verstärkt Überwachungsmaßnahmen um Gaspipelines

Nach den Schäden an den beiden Nord Stream-Pipelines in der Nähe von Schweden und Dänemark am Dienstag hat Finnland seine Überwachungsmaßnahmen im Finnischen Meerbusen verstärkt, wie der Grenzschutz des Landes am Mittwoch (28. September) mitteilte.

Euractiv.com
Baltic Sea pipeline Nord Stream goes into operation
Nach der Explosion haben die Behörden die Situation mit dem Hinweis entspannt, dass Präventivmaßnahmen für den Fall eines Sabotageakts vorbereitet worden seien. [EPA/STEFAN SAUER]

Nach den Schäden an den beiden Nord Stream-Pipelines in der Nähe von Schweden und Dänemark am Dienstag hat Finnland seine Überwachungsmaßnahmen im Finnischen Meerbusen verstärkt, wie der Grenzschutz des Landes am Mittwoch (28. September) mitteilte.

Die Nord Stream 1-Pipeline verläuft von Wyborg aus, einer Stadt nahe der finnischen Grenze, während die Nord Stream 2-Pipeline von Ust-Luga aus in der Nähe von Estland verläuft, doch keine der beiden Leitungen berührt die Hoheitsgewässer Finnlands oder Estlands.

Nach der Explosion betonten die zuständigen Behörden, dass Präventivmaßnahmen für den Fall eines Sabotageakts vorbereitet worden seien.

Derweil hat der finnische Grenzschutz die Überwachung des Seeverkehrs und die Patrouillen rund um die Rohre verstärkt. Im Laufe des Mittwochs wurde nichts Ungewöhnliches gemeldet.

Die Vorfälle in der südlichen Ostsee haben jedoch erneut vor Augen geführt, wie abhängig der finnische Handel von der friedlichen Handelsschifffahrt ist.

Im Gegensatz zu den baltischen Staaten sowie Schweden und Dänemark hat Finnland die Nord Stream-Pipelines lange Zeit lediglich als Umwelt- und Wirtschaftsproblem betrachtet, statt Sicherheitsbedenken zu äußern – zumindest bisher.

Jetzt will die Regierung des Landes Maßnahmen treffen.

Auf einer Pressekonferenz der Regierung am späten Mittwochabend (28. September) sagte Premierministerin Sanna Marin, sie habe keinen Zweifel daran, dass die drei Explosionen keine Unfälle waren und höchstwahrscheinlich von einem staatlichen Akteur ausgeführt wurden. Die Ereignisse müssten gründlich untersucht werden, so Marin.

Die Bedrohung kritischer Infrastrukturen sei inzwischen erkannt worden, sagte Verteidigungsminister Antti Kaikkonen, doch scheine keine unmittelbare militärische Bedrohung gegen Finnland zu bestehen.

Das Thema wurde auch aus umweltpolitischer Sicht angesprochen. Außenminister Pekka Haavisto verwies auf das Giftgas und die im Meeresboden der Ostsee vergrabenen Minen, die Untersuchungen und Reparaturarbeiten gefährlich machen.