Forderungen nach "Aussetzen" des Biokraftstoff-Ziels werden lauter [DE]
Die EU müsse ihr Ziel, den Anteil der Biokraftstoffe im Verkehr auf zehn Prozent zu erhöhen, zeitweilig aufheben, bis eine umfangreichere wissenschaftliche Studie über deren ökologische Risiken vorliege, so die Europäische Umweltagentur. Gleichzeitig hat die Weltbank in die Kritik an der gesteigerten Erzeugung von Biokraftstoffen eingestimmt.
Die EU müsse ihr Ziel, den Anteil der Biokraftstoffe im Verkehr auf zehn Prozent zu erhöhen, zeitweilig aufheben, bis eine umfangreichere wissenschaftliche Studie über deren ökologische Risiken vorliege, so die Europäische Umweltagentur. Gleichzeitig hat die Weltbank in die Kritik an der gesteigerten Erzeugung von Biokraftstoffen eingestimmt.
In einem Gutachten, das am 10. April 2008 vorgelegt wurde, betonte der Wissenschaftsausschuss der Agentur, die obligatorische Quote der EU für Biokraftstoffe – zehn Prozent – sei ein überehrgeiziges Experiment, dessen unbeabsichtigte Folgen schwer vorhersehbar und schwer kontrollierbar seien.
Er empfiehlt daher, das Zehn-Prozent-Ziel aufzugeben, bis eine neue, umfassende wissenschaftliche Studie über die ökologischen Risiken und Vorteile von Biokraftstoffen vorläge. Dann erst sollte ein neues und bescheideneres langfristiges Ziel festgelegt werden.
Der Bericht der EUA stellt fest, dass die Erzeugung von Biokraftstoffen für Fahrzeuge, die auf Technologien der ersten Generationen basierten – die aus Lebensmittel- und Futterpflanzen gewonnen werden – die Biomasseressourcen hinsichtlich Einsparungen an fossiler Energie und der Reduzierung von Treibhausgasen nicht optimal nutze.
Laut des Berichts sollten Technologien zur direkten Wärme- und Stromerzeugung vorgezogen werden, da sie wettbewerbsfähiger und ökologisch effektiver seien. Dennoch besteht er darauf, dass die Nutzung von Biomasse Hand in Hand mit Verbesserungen der Energieeffizienz gehen müsse. Dies sei bei den meisten Anwendungen im Automobil- und Wohnsektor noch nicht der Fall, betont er.
Der Ausschuss warnt auch davor, dass die Menge an Land, die benötigt werde, um das Zehn-Prozent-Ziel zu erreichen, in der EU nicht vorhanden sei, ohne der Umwelt zu schaden. Zwar könnten Importe dabei hilfreich sein, der Bericht weist jedoch auf die beschleunigte Zerstörung der Regenwälder hin, die in einigen Entwicklungsländern aufgrund erhöhter Erzeugung von Biokraftstoffen bereits beobachtet werden kann.