Frankreich braucht jährlich zusätzlich 2,3 Milliarden Euro Investments für Klimaanpassung

Frankreich wird "mindestens" 2,3 Milliarden Euro pro Jahr mehr ausgeben müssen, um seine Infrastrukturen an den Klimawandel anzupassen, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Institute for Climate Economics (I4CE), einem in Paris ansässigen Think Tank.

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Die Denkfabrik schlägt vor, die 2,3 Milliarden Euro in drei getrennte Budgets aufzuteilen, für die der Bericht die institutionellen Akteure benennt, die jeweils zuständig sein sollten. [Nicostock / Shutterstock]

Frankreich wird „mindestens“ 2,3 Milliarden Euro pro Jahr mehr ausgeben müssen, um seine Infrastruktur an den Klimawandel anzupassen, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Institute for Climate Economics (I4CE), einem in Paris ansässigen Think-Tank.

In ihrem Bericht stellt die 2015 von der französischen Förderbank Caisse des Dépôts und der französischen Entwicklungsagentur gegründete Denkfabrik fest, dass der Staatshaushalt ab dem kommenden Jahr, über den im September abgestimmt wird, um „mindestens 2,3 Milliarden Euro“ aufgestockt werden muss.

In ihrem Bericht werden zudem 18 Maßnahmen vorgestellt, die schnell umgesetzt werden sollten, um den negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Infrastrukturen zu begegnen. „Die Berechnungen sind […] schwierig“, räumt die I4CE ein.

Im Mai 2019 beklagten die französischen Senatoren, dass „kein Akteur derzeit in der Lage ist, eine globale Vision für die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen“ zur Abschwächung des Klimawandels vorzulegen.

Negativen Auswirkungen entgegenwirken

„Anpassung“ bezieht sich auf das, „was getan werden kann, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu antizipieren […] und um die Schäden, die diese Auswirkungen verursachen können, zu verhindern oder zu minimieren“, so die Autor:innen des Berichts.

Dabei geht es weder um die „Kosten der durch den Klimawandel verursachten Schäden noch um die Notwendigkeit wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen, die durch die Politik zur Bekämpfung der Treibhausgasemissionen erforderlich sind.“

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, „bereits vorbereitete Anpassungsmaßnahmen auszuarbeiten, zu verstärken oder zu operationalisieren“ und erfordern ergänzende Maßnahmen, um eine „wirkliche Anpassungspolitik“ zu betreiben.

Europäische Vorbilder

Die Autor:innen des Berichts ließen sich von Maßnahmen in anderen europäischen Ländern inspirieren, wie beispielsweise dem Vereinigten Königreich, das eine strukturbasierte Methodik für seine Analyse zugrunde legt.

In Bezug auf die Kalkulation der Risiken im Zusammenhang mit dem Anstieg des Meeresspiegels und Überschwemmungen in den EU-Ländern wurden die Niederlande als Vorbild angeführt.

„Sie nutzen eine Programmierung für ihre Investitionen, mit einer Art von Mechanismus, von dem wir uns inspirieren lassen können“, sagte Vivian Dépoues, eine Mitverfasserin des I4CE-Berichts.

In der EU zitierte Dépoues die im Februar 2021 verabschiedete Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, sagte aber, dass „noch keine Zahlen für den Gesamtbedarf auf europäischer Ebene“ zusammengestellt worden seien.

Drei verschiedene Budgets

Die Denkfabrik schlägt vor, die 2,3 Milliarden Euro in drei getrennte Budgets aufzuteilen, für die der Bericht die institutionellen Akteure benennt, die jeweils zuständig sein sollten.

Laut dem Dokument sollen jährlich 240 Millionen Euro in die Entwicklung von Humanressourcen und Technik fließen, für die 10 der 18 Einzelmaßnahmen bestimmt sind. Beispielsweise sollen die Gemeinden dazu angehalten werden, ihre Anfälligkeiten zu dokumentieren.

„Die Anpassung liegt in der gemeinsamen Verantwortung des Staates und der lokalen Behörden“, so Morgane Nicol, die ebenfalls an dem Bericht mitgewirkt hat.

Darüber hinaus sollen weitere 540 Millionen Euro zur Aufstockung der Mittel für Maßnahmen verwendet werden, die bereits zur Anpassung an den Klimawandel ergriffen wurden und gut funktionieren.

Diese Summe wird für drei der 18 Maßnahmen eingesetzt, die sich auf den Schutz des Wasserkreislaufs und der biologischen Vielfalt sowie auf die Bekämpfung der Risiken von Waldbränden und Überschwemmungen konzentrieren.

Die Ausweitung bewährter Praktiken wird mit 1,5 Milliarden Euro gefördert, ebenso wie fünf Begleitmaßnahmen. Zu diesen zählen die Entwicklung und Vertiefung bewährter Anpassungspraktiken in Städten, für die bereits 500 Millionen Euro jährlich bereitgestellt werden.

Elf Themenbereiche die noch konkretisiert werden müssen

Die vorgeschlagene Aufstockung des jährlichen Staatshaushalts ermöglicht es jedoch nur, „die ersten Schritte zu tun“, zumal die Politiker:innen „bereits den Problemen hinterherlaufen“, räumte Depoues ein.

Der Bericht enthält daher auch 11 Themen, die ein anderer Mitverfasser des Berichts, Guillaume Dolques, als „Reflexionsbereiche“ bezeichnete, die in einem für den Herbst geplanten Bericht näher erläutert werden sollen.

Eines dieser Themen ist die energieeffiziente Renovierung von Privatgebäuden, die von der I4CE auf 24 Milliarden Euro geschätzt wird.

Die Generaldirektorin von Oxfam Frankreich, Cécile Duflot, wiederholte dies in einem Interview mit EURACTIV und betonte die Notwendigkeit, an der „thermischen Renovierung von Wohnungen“ zu arbeiten.

Auch im Wahlprogramm des französischen Präsidenten Emmanuel Macron war die Renovierung von 700.000 Wohnungen pro Jahr vorgesehen.

Diese Art von Projekten sollte es ermöglichen, die gesellschaftliche Akzeptanz von Maßnahmen gegen den Klimawandel zu erhöhen. „Es geht also darum, eine demokratische Diskussion über so grundlegende Themen wie das Ausmaß des Risikos, das wir kollektiv zu akzeptieren bereit sind, zu eröffnen“, heißt es in dem Bericht weiter.

[Davide Basso trug zur Berichterstattung bei, Alice Taylor bearbeitete den Artikel]