Griechenland: Bundesregierung erwägt Entgegenkommen
Kompromiss-Signale aus Deutschland erhöhen einem Zeitungsbericht zufolge die Chancen für ein neues Rettungspaket für Griechenland. Die Bundesregierung erwäge ein Entgegenkommen in einem zentralen Punkt.
Kompromiss-Signale aus Deutschland erhöhen einem Zeitungsbericht zufolge die Chancen für ein neues Rettungspaket für Griechenland. Die Bundesregierung erwäge ein Entgegenkommen in einem zentralen Punkt.
Wie das "Wall Street Journal" am Dienstag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichtete, erwägt die Bundesregierung ein Entgegenkommen in einem zentralen Punkt. Demnach würde Deutschland sich bereiterklären, dem akut von der Staatspleite bedrohten Griechenland mehr Geld zu leihen, auch ohne kurzfristig private Gläubiger an den Lasten zu beteiligen.
Regierungsvertreter in Berlin hofften, dass nach einer raschen Vereinbarung fürs erste dann im Laufe des Jahres eine umfassendere Lösung gefunden werde, die auch eine Umstrukturierung griechischer Staatsanleihen umfasse, hieß es in dem Bericht.
Am Devisenmarkt gab der Zeitungsbericht dem Euro Auftrieb. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,4407 Dollar, den höchsten Stand seit drei Wochen.
Warten auf den Prüfbericht
Das Bundesfinanzministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. "Wir können das nicht kommentieren", sagte ein Sprecher. Die Regierung warte zunächst auf das Ergebnis eines Prüfberichts der sogenannten Troika von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischer Kommission zur aktuellen Entwicklung in Griechenland (EURACTIV.de vom 30. Mai 2011). Erst danach stünden Entscheidungen an.
Der Bericht soll bis Ende der Woche vorliegen. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte noch am Montag gesagt, in den Gesprächen mit der griechischen Regierung gehe es unter anderem um eine freiwillige Beteiligung auch privater Gläubiger.
Griechenland muss im Juli eine Finanzierungslücke von 13,4 Milliarden Euro schließen. Ende Juni soll das Land die nächste Tranche von Hilfskrediten von IWF und EU über zwölf Milliarden Euro bekommen. Doch der IWF hat angekündigt, seinen Anteil nur dann auszuzahlen, wenn die Finanzierung Griechenlands für ein Jahr gesichert ist. Weil das Land nicht wie ursprünglich geplant bereits 2012 an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, braucht es weitere Hilfen aus der Währungsunion.
EURACTIV/rtr/dto
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