Griechenland: Minister nach EU-Kontrolle "geschämt"

EU-Finanzexperten haben in den vergangenen drei Tagen das wirtschaftlich schwer angeschlagene Euro-Mitgliedsland Griechenland unter die Lupe genommen und dabei griechische Minister in Verlegenheit gebracht.

Im Oktober 2009 ließ sich Giorgos Papandreou als neuer Premierminister Griechenlands feiern. Nun muss er seinen EU-Kollegen erklären, wie das Land bis 2012 sein enormes Haushaltsdefizit unter Kontrolle bringen will. Foto: dpa
Im Oktober 2009 ließ sich Giorgos Papandreou als neuer Premierminister Griechenlands feiern. Nun muss er seinen EU-Kollegen erklären, wie das Land bis 2012 sein enormes Haushaltsdefizit unter Kontrolle bringen will. Foto: dpa

EU-Finanzexperten haben in den vergangenen drei Tagen das wirtschaftlich schwer angeschlagene Euro-Mitgliedsland Griechenland unter die Lupe genommen und dabei griechische Minister in Verlegenheit gebracht.

"Ich habe mich unwohl gefühlt", gab Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am Freitag im Fernsehen zu. Das kann auch gar nicht anders sein, da griechische Regierungen in den vergangenen Jahren wiederholt die Finanzlage des Landes schöngerechnet hatten. "Es ist ganz leicht, die Glaubwürdigkeit zu verlieren, und ganz schwer, sie wieder zu gewinnen", sagte der Minister. Nach einem Bericht der Zeitung "Ta Nea" soll ein anderer griechischer Minister nach der EU-Kontrolle gesagt haben, er habe sich "geschämt".

Athen will in den nächsten drei Jahren seine desolate Finanzlage wieder in Ordnung bringen. Die EU-Finanzexperten äußerten jedoch Bedenken, ob dies ohne noch härtere Sparmaßnahmen erreichbar sei. Athen verspreche eine schlagartige Erhöhung seiner Einnahmen aus der Erfassung der Steuerhinterziehung. Die EU-Experten hätten nach Medienberichten darauf entgegnet, sie hätten dies in den vergangenen Jahren immer wieder von der Regierungen in Athen gehört, nichts sei jedoch geschehen. Dies hätten sie den Ministern in Athen "ins Gesicht gesagt", berichtete die Presse am Freitag weiter.

Griechenland ist derzeit das schwächste der insgesamt 16 Euro-Länder. Die griechischen Regierungen hatten in den vergangenen zehn Jahren die Defizite und die Schulden des Landes derart schöngerechnet, dass das Haushaltsloch derzeit mit 12,7 Prozent zu Buche schlägt. Griechenland hat zudem mehr als 300 Milliarden Euro Schulden. Mit dem "Schock-Sparplan" will die Regierung die drohende Zahlungsunfähigkeit des Landes abwenden.

dpa