In Tschechien drohen Massenentlassungen wegen hoher Energiepreise
Inflation und hohe Energiepreise dürften zu weiteren Jobverlusten führen, warnten Expert:innen, nachdem 13 tschechische Unternehmen bereits im August und September Massenentlassungen angekündigt hatten.
Inflation und hohe Energiepreise dürften zu weiteren Jobverlusten führen, warnten Expert:innen, nachdem 13 tschechische Unternehmen bereits im August und September Massenentlassungen angekündigt hatten.
Unternehmen entlassen bereits Leiharbeiter:innen, und im verarbeitenden Gewerbe ist die Zahl der Beschäftigten bereits rückläufig. Expert:innen zufolge haben einige Unternehmen sogar vorsorglich ihre Arbeitskapazitäten reduziert.
„Die Arbeitsmarktdaten deuten bisher nicht auf eine signifikante Verschlechterung hin, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Verlangsamung der Produktion unter der Last der gestiegenen Kosten für Energie und andere Inputs in vielen Unternehmen zu Entlassungen oder zumindest zum Rückruf von Leiharbeitern führen wird“, sagte Michal Skořepa, makroökonomischer Analyst bei der Česká spořitelna, gegenüber Hospodářské noviny.
„Entlassungen drohen natürlich vor allem in energieintensiven Sektoren wie der Produktion einiger Baumaterialien oder der Lebensmittelindustrie“, fügte er hinzu.
Auch die Angst vor Entlassungen nimmt zu, wie die Oktober-Umfrage des tschechischen Statistikamtes zeigt. Sie gibt Aufschluss über das Vertrauen von Unternehmen und Verbraucher:innen in die Wirtschaft. Bei den Verbraucher:innen hat der Vertrauensindex jetzt den niedrigsten Wert seit Beginn der Messungen 2003 erreicht.
Die Befürchtung privater Haushalte, dass sich ihre eigene finanzielle Situation verschlechtern wird, sei so hoch wie nie zuvor, sagte Silvie Vyplašilová vom tschechischen Statistikamt. Sie verwies auch auf die „große Besorgnis über die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Situation und den Anstieg der Arbeitslosigkeit.“