Interview: Die weitreichenden gesundheitlichen Auswirkungen der globalen Erwärmung [DE]

Beim Klimawechsel handelt es sich nicht nur um Hitzewellen und ansteckende Krankheiten, sagt Sari Kovats von der Londoner Hochschule für Tropenmedizin. Die erwarteten Effekte auf die Gesundheit beinhalten auch Erkrankungen der Atemwege während des Winters, Durchfall und fehlerhafte Ernährung, sagte sie EURACTIV während eines Interviews im Vorfeld von Vorschlägen der Kommission, die nächstes Jahr diese Themen aufgreifen werden.

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Beim Klimawechsel handelt es sich nicht nur um Hitzewellen und ansteckende Krankheiten, sagt Sari Kovats von der Londoner Hochschule für Tropenmedizin. Die erwarteten Effekte auf die Gesundheit beinhalten auch Erkrankungen der Atemwege während des Winters, Durchfall und fehlerhafte Ernährung, sagte sie EURACTIV während eines Interviews im Vorfeld von Vorschlägen der Kommission, die nächstes Jahr diese Themen aufgreifen werden.

„Beim Klimawandel geht es nicht nur um Hitzewellen, ansteckende Krankheiten und Kontrolle“, sagte Dr. Sari Kovats, Forscherin an der Londoner Hochschule für Tropenmedizin und Gesundheitspflege (London School of Tropical Medicine and Hygiene), am 2. Oktober 2007 während einer Konferenz zum Thema Herausforderungen des Klimawandels für die öffentliche Gesundheit. Die EU-Prioritäten für Maßnahmen zu Gesundheit und Klimawandel sollten grenzüberschreitende Fragen einschließen, wie beispielsweise das Vorbereitetsein für Katastrophen und Wohnungswesen, sagte sie.

„Direkte Auswirkungen des Klimawandels auf die Temperatur schließen die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitzewellen und überhöhter Sterblichkeit im Winter, beispielsweise aufgrund von Atemwegserkrankungen ein. Zu weiteren angenommenen gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels zählen Malaria, Durchfall und fehlerhafte Ernährung“, sagte Kovats.

„Dennoch sind die Beweise der gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sehr komplex, da ein Zeitraum von mehr als 30 Jahren notwendig ist, um zu zeigen, dass sich Klima und Gesundheit sehr schnell aufgrund von sozialen Entwicklungen und Veränderungen ändern“, fügte sie in ihrem Überblick über derzeitige und mögliche gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels, die in dem vierten Beurteilungsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen bestimmt sind, hinzu. 

Klimawandel stehe nun seit geraumer Zeit auf der umweltpolitischen Tagesordnung; man sei erfreut, dass letztendlich die Gesundheit ebenfalls in die Debatte um den Klimawandel einbezogen werde, sagte Despina Spanou, Mitglied des Kabinetts des für Gesundheit zuständigen Kommissars Markos Kyprianou. Über Jahre hinweg sei man davon ausgegangen, dass der Klimawandel nur extreme Wetterbedingungen betreffe, aber nun habe man erkannt, dass diese Bedingungen einen breiteren Einfluss auf die Gesundheit von Mensch und Tier haben – indirekt, aber nicht unbedingt weniger gefährlich.

Auch wenn bisher über die Auswirkungen des Klimawandels nur spekuliert werden könne, werde die Kommission 2008 eine Mitteilung über dessen Konsequenzen für die Gesundheit von Tier und Mensch annehmen, so Spanou. Die Mitteilung wird den aktuellen Wissensstand darlegen und die Debatte zur Frage eröffnen. Sie wird weiterhin die Entwicklung von Mechanismen zum Kampf gegen den Klimawandel in Betracht ziehen, ebenso wie Möglichkeiten zur Einbeziehung aller betroffenen Akteure, wie beispielsweise Ärzte und Tierärzte.

In der Mitteilung wird die Kommission konkrete Empfehlungen für Maßnahmen auf EU-Ebene darlegen. Hierzu zählen die Notwendigkeit der Beurteilung und Überarbeitung des derzeitigen Rechtsrahmens für die Gesundheit von Mensch und Tier, um festzustellen, ob Klimawandel hier in Betracht gezogen werden muss. Weiterhin wird die Mitteilung die Stärkung von Kontrollmaßnahmen vorschlagen, ebenso wie die Organisation von bewusstseinsbildenden Kampagnen.

Schließlich betonte Dr. Kovats abermals die Schlussfolgerungen, die der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen zum Thema gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels gezogen hat: Die Länder müssen ihre Anpassungsfähigkeiten verbessern, um auf extreme Wetterbedingungen vorbereitet sein zu können. Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen werden in Ländern mit niedrigen Einkommen am größten sein. Und die wirtschaftliche Entwicklung ist eine wichtige Komponente der Anpassung.

Um das vollständige Interview mit Dr. Sari Kovats zu lesen, klicken Sie bitte hier.