Italien baut Energiepartnerschaft mit Algerien aus

Im Rahmen des zweitägigen Staatsbesuchs Italiens in Algier unterzeichneten die Energieriesen Eni und Sonatrach am Montag zwei Vereinbarungen, die auf die Verringerung von Emissionen und die Verbesserung des Energieverbundnetzes zwischen den beiden Ländern abzielen.

EURACTIV.it
Italian Prime Minister Giorgia Meloni in Algeria
Die italienische Delegation, zu der auch Ministerpräsident Georgia Meloni und der Vorstandsvorsitzende von Eni, Claudio Descalzi, gehörten, traf sich mit algerischen Beamten zu einem zweitägigen Staatsbesuch, der am Sonntag begann. [EPA-EFE]

Im Rahmen des zweitägigen Staatsbesuchs Italiens in Algier unterzeichneten die Energieriesen Eni und Sonatrach am Montag zwei Vereinbarungen, die auf die Verringerung von Emissionen und die Verbesserung des Energieverbundnetzes zwischen den beiden Ländern abzielen.

Die italienische Delegation, zu der auch Ministerpräsident Georgia Meloni und der Vorstandsvorsitzende von Eni, Claudio Descalzi, gehörten, traf sich mit algerischen Beamten zu einem zweitägigen Staatsbesuch, der am Sonntag begann.

Um die Beziehungen zwischen Italien und Algerien zu stärken, unterzeichneten Descalzi und Toufik Hakkar, Generaldirektor von Sonatrach, einem staatlichen Unternehmen, das zu den führenden Ölgesellschaften der Welt gehört und die größte Aktiengesellschaft Afrikas ist, zwei Abkommen.

Das erste Abkommen zielt auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen in Algerien ab, wobei man sich gemeinsam verpflichtet, mögliche Maßnahmen und die besten Technologien zur Verringerung der CO2-Emissionen zu ermitteln, insbesondere in den Produktionsanlagen für Kohlenwasserstoffe.

Das zweite Abkommen zielt auf den Ausbau des Energieverbundnetzes zwischen den beiden Ländern ab, um eine nachhaltige Energiewende zu gewährleisten. Dazu gehört der Ausbau des Energietransports nach Italien und der Bau einer neuen Gaspipeline, die auch den Transport von Wasserstoff ermöglichen wird. Die beiden Staaten einigten sich auch auf die Verlegung eines neuen Unterseekabels für Strom und die Erhöhung der Produktionskapazitäten für verflüssigtes Gas.

Meloni will Italien zu einer Drehscheibe für Energielieferungen nach Europa machen. Der Plan sei zwar realistisch, stoße aber auch auf Hindernisse, die es zu überwinden gelte, sagte Descalzi am Rande von Melonis Besuch im Mattei-Garten in Algier.

Das neue Verteilerzentrum soll hierbei vor allem auf Gas setzen, das nach Italien gebracht wird.

„In zwei oder zweieinhalb Jahren werden wir in der Lage sein, das für den Verbrauch notwendige Gas zu haben“, sagte Descalzi.

„Aber bei der Energiesicherheit geht es auch um die Infrastruktur. Wir haben potenzielle Pipelines und Regasifizierungsanlagen, und die werden kommen“, fügte Descalzi hinzu.

Descalzi wies auch auf die strukturellen Grenzen im Süden Italiens hin, wo es einen „Engpass“ gibt, der den Transport von mehr als 126 Millionen Kubikmetern Gas pro Tag nicht zulässt. „Es ist ein großes Potenzial, das nicht genutzt wird“, fügte er hinzu.

Italien verfügt bereits über mehrere Pipelineverbindungen in Afrika – etwa mit Algerien, Libyen, Ägypten, Nigeria, Angola, Kongo und Mosambik. Hinzu kommt noch die Pipeline von Aserbaidschan, die derzeit rund acht Milliarden Kubikmeter über die Trans Adriatic Pipeline (TAP) transportiert und die in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden soll. 

„Was das Potenzial angeht, so ist es uns bereits jetzt gelungen, fast 50 Prozent des russischen Gases zu ersetzen, und zwar vor allem über Afrika“, betonte Descalzi, der davon ausgeht, dass Italien seine Gaslieferungen aus Russland ab 2024 oder 2025 auf Null reduzieren wird.

„Man muss bedenken, dass Algerien Italien noch vor zwei Jahren etwa 21 Milliarden gegeben hat, jetzt sind es 25, im nächsten Jahr werden wir 28 Milliarden erreichen und in den Jahren 24-25 werden wir das wieder übertreffen. (Algerien) ist wirklich ein strategischer Partner, der Italien sehr hilft“, schloss er.