Kommission will hochrangige Gruppe für Mehrsprachigkeit einsetzen [DE]
Die Bildung einer hochrangigen Gruppe für Mehrsprachigkeit und die Absicht, ihre Webseiten mehrsprachiger zu machen, gehören zu den Ideen, welche die Kommission am 22. November vorstellen wird.
Die Bildung einer hochrangigen Gruppe für Mehrsprachigkeit und die Absicht, ihre Webseiten mehrsprachiger zu machen, gehören zu den Ideen, welche die Kommission am 22. November vorstellen wird.
Am 22. November wird die Kommission ihre erste Mitteilung über Mehrsprachigkeit veröffentlichen. Einer der wichtigsten Vorschläge wird die Einsetzung einer hochrangigen Gruppe für Mehrsprachigkeit sein, die der Kommission bei der Beurteilung des Fremdsprachenunterrichts in den EU-Mitgliedstaaten, der Abstimmung bestehender Ideen zur Förderung der Mehrsprachigkeit und der Ausarbeitung neuer Vorhaben helfen soll.
In der Mitteilung, die von EURACTIV eingesehen wurde, verpflichtet sich die Kommission außerdem, mehr Inhalt des EU-Portals ‚
Europa
’ in die Amtsprachen der EU zu übersetzen und für Kohärenz in der Sprachpolitik sämtlicher EU-Institutionen zu sorgen (siehe auch EURACTIV, 20 Juli 2005).
Darüber hinaus sollen die Übersetzungsbüros der Kommission in den einzelnen Mitgliedstaaten stärker in die Vermittlung der EU-Politik einbezogen werden, indem ihnen ein größerer Einfluss auf die Anpassung der Informationen der Kommission an die jeweiligen Bevölkerungen eingeräumt wird.
Sprachenlernen
Ein weiteres neues Vorhaben besteht in der Schaffung eines Sprachportals auf ‚Europa’, das Sprachlernenden und –lehrenden Materialien und andere Ressourcen zur Verfügung stellen soll. Dies steht im Zusammenhang mit einer Studie über frühzeitiges Sprachenlernen, die 2006 erscheinen soll, und Plänen zur Entwicklung von Netzwerke für Sprachenvielfalt im Rahmen des EU-Programms für lebenslanges Lernen (siehe EURACTIV, 13. September 2005). Die Kommission ist bekannt für ihr Engagement für Sprachenlernen mithilfe von Methoden wie CLIL (‚Content and Language Integrated Learning’ / fremdsprachiger Fachunterricht). Beim fremdsprachigen Fachunterricht wird Schülern Unterricht, beispielsweise in Mathematik oder Geschichte, in einer Fremdsprache erteilt.
Unterdessen wird die Ausarbeitung (auf Ebene der EU und Mitgliedstaaten) des Europäischen Indikators für Sprachenkompetenz, eine der insgesamt acht Kompetenzen, die für Jugendliche und Erwachsene angestrebt werden, fortgeführt werden (siehe auch Kommission, 10. November 2005). Der Indikator wird der Datenerhebung zu den Fremdsprachenkenntnissen junger Menschen dienen.
Die Kommission will zudem überprüfen, inwiefern Filme und Fernsehprogramme in der Originalversion mit Untertiteln das Erlernen von Sprachen fördern können.
Diese Bemühungen der Kommission sollen dazu beitragen, dass EU-Bürger vom frühesten Kindesalter an zwei Fremdsprachen lernen.
Die „mehrsprachige Wirtschaft“
Darüber hinaus untersucht die Kommission derzeit, welche Auswirkungen der Mangel an Fremdsprachenkenntnissen auf die Wirtschaft der Europäischen Union hat. Eine Studie hierzu soll 2006 veröffentlicht werden. Die Grundannahme der Kommission besteht darin, dass europäische Unternehmen Fremdsprachenkenntnisse benötigen, um mit ihren Kunden in der EU und der Welt kommunizieren zu können. Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse könnten wirtschaftliche Verluste zur Folge haben. Für mittelständische Betriebe, die Motoren für Wachstum, Innovation, Beschäftigung und die soziale und lokale Integration der Europäischen Union sind, seien Sprachkenntnisse besonders wichtig.
Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sprachindustrie (Übersetzungsarbeit sowie Sprachunterricht und –zertifikate) sind ein Bereich, der in der Mitteilung der Kommission angesprochen wird.
Sprachen und Technologien der Informationsgesellschaft
Eine Vorzeigeinitiative zur Einrichtung digitaler Bibliotheken, die den Zugang der Bürger zu multimedialen Informationen sowie deren Anwendung erleichtern sollen, wird im Rahmen des Programms ‚i2010‚ gestartet werden. Zusätzlich werden jedes Jahr 20 Millionen Euro für Mehrsprachigkeit in den EU-Forschungsprogrammen ausgegeben und mehr Mittel sollen für die Entwicklung von Übersetzungstechnologien etc. bereitgestellt werden.