Kreditvergabe in Eurozone verlangsamt sich angesichts Zinserhöhungen weiter
Die Kreditvergabe an Unternehmen in der Eurozone hat sich im vergangenen Monat erneut verlangsamt. Damit verdichten sich die Anzeichen, dass die stark gestiegenen Zinsen die Kreditvergabe und das Wirtschaftswachstum bremsen.
Die Kreditvergabe an Unternehmen in der Eurozone hat sich im vergangenen Monat erneut verlangsamt. Damit verdichten sich die Anzeichen, dass die stark gestiegenen Zinsen die Kreditvergabe und das Wirtschaftswachstum bremsen.
Die Kreditvergabe an Unternehmen in der aus 20 Ländern bestehenden Eurozone wuchs im Jahresvergleich um 3,0 Prozent, nachdem der Wert im Vormonat noch bei 4,0 Prozent lag. Das Wachstum der Kredite an private Haushalte verlangsamte sich von 2,1 Prozent auf 1,7 Prozent.
Die Europäische Zentralbank hat die Zinssätze im vergangenen Jahr um 4 Prozentpunkte angehoben. Eine weitere Anhebung am Donnerstag ist so gut wie sicher, da die Inflation nach wie vor viel zu hoch ist und es bis 2025 dauern könnte, bis sie wieder auf das 2-Prozent-Ziel fällt.
Die jüngsten Wirtschaftsdaten – von den PMI-Zahlen und Stimmungsindikatoren bis hin zu einer wichtigen Umfrage zur Kreditvergabe – haben jedoch negativ überrascht. Dies deutet darauf hin, dass die EU weiterhin an einer Rezession vorbeischrammt, was den Preisdruck zwangsläufig abschwächen dürfte.
Die schwachen Daten verschärfen die Debatte darüber, wie viel die EZB noch tun muss. Einige Ökonomen sind der Meinung, dass die Zinserhöhung vom Donnerstag die letzte sein wird, während andere auf einen letzten Schritt im September setzen.
Das Wachstum der Geldmenge M3, die in der Vergangenheit als guter Indikator für das künftige Wirtschaftswachstum galt, verlangsamte sich von 1,0 Prozent auf 0,6 Prozent und blieb damit unter den Erwartungen für einen Anstieg um 1,0 Prozent.