Lützerath steht vor der Räumung

Polizisten aus ganz Deutschland werden in das westdeutsche Dorf Lützerath geschickt, um Klimaaktivisten zu vertreiben, die derzeit den Abriss des Dorfes blockieren, um Platz für ein Kohlebergwerk zu schaffen.  

Euractiv.de
Demonstration against the make way for lignite mining of German village of Luetzerath
epa10388430 Police officers stand at the brown coal mine Tagebau Garzweiler at the abandoned village of Luetzerath, Germany, 04 January 2023.The village of Luetzerath in North Rhine-Westphalia state is to make way for lignite mining despite the decision to phase out coal. The Garzweiler open pit mine, operated by German energy supplier RWE, is at the focus of protests by people who want Germany to stop mining and burning coal as soon as possible in the fight against climate change. Climate activists feel betrayed by Green politicians and want to fight. EPA-EFE/RONALD WITTEK [EPA-EFE/RONALD WITTEK]

Polizisten aus ganz Deutschland werden in das westdeutsche Dorf Lützerath geschickt, um das Dorf zu räumen. Klimaaktivisten blockieren derzeit den Abriss des Dorfes, das einem Kohlebergwerk weichen soll.

Nach Informationen des Spiegel werden Polizisten aus 14 Bundesländern zusammengezogen, um sich auf die Räumung vorzubereiten, die noch in dieser Woche beginnen soll. Auch Polizeipferde und -hunde sowie Wasserwerfer stünden bereit, so der Spiegel.

Seit die nordrhein-westfälische Landesregierung den Forderungen des Energieriesen RWE nachgegeben und zugestimmt hat, das Dorf abzureißen und im Herbst 2022 einem Kohlebergwerk Platz zu machen, wird Lützerath nach und nach von seinen Bewohnern verlassen.

Klimaaktivisten haben das Dorf seitdem besetzt und kritisieren die Verdrängung der Bewohner sowie die Pläne für ein neues Kohlebergwerk zu einer Zeit, in der Deutschland sich von fossilen Brennstoffen verabschieden müsse, um seine Klimaziele zu erreichen.

„Solange die fossilen Konzerne die Regeln der Energiewende bestimmen, wird es keine geben. Schon gar nicht eine, die schnell und gerecht genug kommt“, schreiben Luisa Neubauer und Pauline Bruenger, zwei prominente Aktivistinnen der Jugendbewegung Fridays for Future, in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung TAZ.

Neubauer war am Sonntag auch nach Lützerath gereist, um sich an den dortigen Protesten zu beteiligen.

Unterdessen bereiten sich die Aktivisten darauf vor, sich gegen die Polizei zu wehren.

Wie Reporter der Nachrichtenagentur dpa vor Ort berichteten, haben die Demonstranten zusätzliche Barrikaden errichtet und Gaskanister in den Straßen, die in den Ort führen, einbetoniert, um das Vorrücken der Polizeikräfte zu verlangsamen.