Lützerath steht vor der Räumung
Polizisten aus ganz Deutschland werden in das westdeutsche Dorf Lützerath geschickt, um Klimaaktivisten zu vertreiben, die derzeit den Abriss des Dorfes blockieren, um Platz für ein Kohlebergwerk zu schaffen.
Polizisten aus ganz Deutschland werden in das westdeutsche Dorf Lützerath geschickt, um das Dorf zu räumen. Klimaaktivisten blockieren derzeit den Abriss des Dorfes, das einem Kohlebergwerk weichen soll.
Nach Informationen des Spiegel werden Polizisten aus 14 Bundesländern zusammengezogen, um sich auf die Räumung vorzubereiten, die noch in dieser Woche beginnen soll. Auch Polizeipferde und -hunde sowie Wasserwerfer stünden bereit, so der Spiegel.
Seit die nordrhein-westfälische Landesregierung den Forderungen des Energieriesen RWE nachgegeben und zugestimmt hat, das Dorf abzureißen und im Herbst 2022 einem Kohlebergwerk Platz zu machen, wird Lützerath nach und nach von seinen Bewohnern verlassen.
Klimaaktivisten haben das Dorf seitdem besetzt und kritisieren die Verdrängung der Bewohner sowie die Pläne für ein neues Kohlebergwerk zu einer Zeit, in der Deutschland sich von fossilen Brennstoffen verabschieden müsse, um seine Klimaziele zu erreichen.
„Solange die fossilen Konzerne die Regeln der Energiewende bestimmen, wird es keine geben. Schon gar nicht eine, die schnell und gerecht genug kommt“, schreiben Luisa Neubauer und Pauline Bruenger, zwei prominente Aktivistinnen der Jugendbewegung Fridays for Future, in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung TAZ.
Neubauer war am Sonntag auch nach Lützerath gereist, um sich an den dortigen Protesten zu beteiligen.
Unterdessen bereiten sich die Aktivisten darauf vor, sich gegen die Polizei zu wehren.
Wie Reporter der Nachrichtenagentur dpa vor Ort berichteten, haben die Demonstranten zusätzliche Barrikaden errichtet und Gaskanister in den Straßen, die in den Ort führen, einbetoniert, um das Vorrücken der Polizeikräfte zu verlangsamen.