Meloni: Italien kann in EU-Afrika-Zusammenarbeit Führungsrolle übernehmen

Italien will bei der Bekämpfung des extremistischen Radikalismus sowie der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der EU und Afrika künftig eine Führungsrolle einnehmen. 

EURACTIV.it
Rome Med 2022, Mediterranean Dialogues annual high-level conference
Italien werde auf dem afrikanischen Markt eine "nicht-ausbeuterische, aber kooperative Haltung" einnehmen, die den Ansatz von Mattei nachahmt, sagte Meloni auf der Konferenz. [EPA-EFE/FABIO FRUSTACI]

Italien will bei der Bekämpfung des extremistischen Radikalismus sowie der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der EU und Afrika künftig eine Führungsrolle einnehmen. 

Übers Wochenende stellte die italienische Premierministerin Giorgia Meloni diesbezüglich den sogenannten „Mattei-Plan“ für Afrika vor, der nach dem verstorbenen Eni-Gründer Enrico Mattei benannt wurde. Mattai hat laut der italienischen Regierung faire und kooperative Partnerschaften mit afrikanischen Ländern ausgehandelt, in denen Öl gefördert wird.

Italien werde auf dem afrikanischen Markt eine „nicht-ausbeuterische, aber kooperative Haltung“ einnehmen, die den Ansatz von Mattei nachahmt, sagte Meloni auf der Konferenz.

Bevor sie Premierministerin wurde, hatte Meloni Frankreich wegen dessen rücksichtsloser Politik in Afrika heftig angegriffen:

„Schändlich sind diejenigen wie Frankreich, die Afrika weiterhin ausbeuten, indem sie Geld für 14 afrikanische Nationen drucken, auf das sie eine Zwangsabgabe erheben, Kinder in den Minen arbeiten lassen und Rohstoffe wie in Niger abbauen. Afrika läuft euch davon (…) und die Lösung ist, Afrika von bestimmten Europäer:innen zu befreien“, sagte sie damals.

Das Mittelmeer teile die EU und Afrika, aber es verbinde sie auch, sagte sie auf der Konferenz. Stabilität und Sicherheit in diesem Gebiet sei „die Voraussetzung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung“ der europäischen und afrikanischen Nationen, fügte sie hinzu.

Zu den „dringendsten“ außenpolitischen, nationalen und sicherheitspolitischen Prioritäten der italienischen Regierung gehören die „vollständige und dauerhafte Stabilisierung Libyens“ und die Übernahme einer führenden Position im Kampf gegen die Ausbreitung des „extremistischen Radikalismus“ in der Subsahara-Region.

„Italien ist und kann viel mehr ein natürliches Bindeglied und eine Energiebrücke zwischen dem Mittelmeerraum und Europa sein“, so Meloni abschließend.

Angesichts der Migrationskrise und des zunehmenden Drucks, zumeist aus Nordafrika stammende Migrant:innen aufzunehmen, ist Meloni wahrscheinlich auch daran interessiert, einen Großteil der Migrationsströme an der Quelle zu stoppen.