Millionenstrafe gegen Chemiekartell

Neun Chemiekonzerne müssen insgesamt 61 Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie sich von 2004 bis 2007 illegal den Markt für bestimmte Chemikalien aufgeteilt und Preise abgesprochen hatten. Das hat die EU-Kommission entschieden. Aus Deutschland waren am Kartell beteiligt die Konzerne SKW Stahl-Metallurgie und Arques Industries, Ecka Granulate, Almamet und Evonik Degussa.

© Ralf van Melis / PIXELIO
© Ralf van Melis / PIXELIO

Neun Chemiekonzerne müssen insgesamt 61 Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie sich von 2004 bis 2007 illegal den Markt für bestimmte Chemikalien aufgeteilt und Preise abgesprochen hatten. Das hat die EU-Kommission entschieden. Aus Deutschland waren am Kartell beteiligt die Konzerne SKW Stahl-Metallurgie und Arques Industries, Ecka Granulate, Almamet und Evonik Degussa.

Anfang 2007 standen Kontrolleure der Kommission unangemeldet vor der Tür mehrerer Chemiekonzerne und deckte schließlich einen filmreifen Kartellfall auf. Seit 2004 hatten sich Unterhändler europäischer Chemieunternehmen in Hotels getroffen und sich europaweit die Märkte und die Kunden für bestimmte Chemikalien aufgeteilt und Preise koordiniert angehoben.

Kronzeuge wird verschont

Als das Kartell aufzufliegen drohte, meldete sich der niederländisch-schwedische Akzo Nobel als Kronzeuge, woraufhin ihm jetzt die Geldbuße von 17,4 Millionen Euro vollständig erlassen wird. Akzo Nobel ist dabei ebenso wie der deutsche Mischkonzern Evonik Degussa ein Wiederholungstäter. Die Degussa AG (bis 2004 Mutterkonzern des am Chemie-Kartell beteiligten SKW Stahl-Metallurgie) musste 2002 bereits 118 Millionen Euro bezahlen, weil es an einem Futtermittel-Kartell beteilgt war. Jetzt wird der Essener Konzern mit einer Geldbuße von 4,68 Millionen Euro bestraft.

Kartell-Mitglieder zahlen Millionenstrafe

Die Hauptlast der Gesamt-Geldbuße im Kartellverfahren müssen der slowakische Konzern Novácke chemické závody and 1.garantovaná (19,6 Millionen Euro) und der deutsche Konzern SKW Stahl-Metallurgie und Arques Industries (13,3 Millionen Euro) zahlen. Weitere Strafen gingen an Almamet – Deutschland (3,04 Millionen Euro), Donau Chemie – Österreich (5 Millionen Euro), Ecka Granulate – Deutschland/Österreich (6,4 Millionen Euro) und HSE – Slowenien (9,1 Millionen Euro)

Illegale Absprachen zu einzelnen Chemikalien

Konkret ging es um Absprachen der Preise für Kalziumkarbidpulver, Kalziumkarbidgranulat und Magnesiumgranulat. Zudem legten die Unternehmen in Europa Marktanteile fest, teilte die Kommission am 22. Juli 2009 mit. Kalziumkarbidpulver und Magnesiumgranulat sind für die Herstellung von Stahl unverzichtbar.

mka

Wichtige Dokumente
Kommission: Kartellrecht: Kommission belegt Hersteller von Kalziumkarbid und Reagenzien auf Magnesiumbasis mit über 61 Mio. EUR Geldbuße wegen Preisabsprachen und Festlegung von Marktanteilen (22. Juli 2009)