Mindestlohn-Ranking: Luxemburg zahlt zehnmal mehr als Bulgarien

Die Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten hat mittlerweile Mindestlöhne. Doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind beträchtlich und unterscheiden sich teilweise um den Faktor zehn. Dennoch legte die Entlohnung in beinahe allen Ländern seit 2008 zu - außer in Irland und Griechenland.

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Straßenszene in Luxemburg: Nirgendwo in der EU sind die Mindestlöhne so hoch wie hier.
Straßenszene in Luxemburg: Nirgendwo in der EU sind die Mindestlöhne so hoch wie hier. [<a href="https://www.flickr.com/photos/alant79/12128628943/in/photolist-jtLoQ8-iAu65i-bbiAYR-b1dpV8-jciRZF-iH98pX-ikJU5U-ghFAt1-6pQCoD-6g1bkt-62DfyK-hThwrE-fx3bms-6P9itd-pF7Nvy-o1S65r-iF8ixC-gkynWR-cZWv6w-9VsMrZ-7WUspr-4rWQs9-mfAH6P-g9T42B-6A8hnb-3DSc3F-nTveGa-izC1Pn-fGMvNt-aF4JM2-6Ro1D1-6AkE1h-5LbUcu-4US6qs-4C44Gg-7ngobN-5xJ5Sc-6iQik-o1YANU-axyjN1-fhLaHC-8V89Ci-6Yj4sL-6RGCSF-6ixzUM-5Jp43s-i5xtJZ-hPMSUj-bzRP2P-azJXCX" target="_blank" rel="noopener">© Vadim Timoshkiin (CC BY 2.0)</a>]

Die Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten hat mittlerweile Mindestlöhne. Doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind beträchtlich und unterscheiden sich teilweise um den Faktor zehn. Dennoch legte die Entlohnung in beinahe allen Ländern seit 2008 zu – außer in Irland und Griechenland.

Das statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, hat neueste Zahlen zu den nationalen Mindestlöhnen in sämtlichen EU-Ländern veröffentlicht. Demnach gab es am 1. Januar 2015 in 22 der 28 Mitgliedstaaten in der EU nationale Mindestlöhne.

Sie unterlagen laut Eurostat allerdings erheblichen Unterschieden untereinander und bewegten sich im Bereich von 184 Euro pro Monat in Bulgarien bis zu 1.923 Euro in Luxemburg.

Die 22 Mitgliedstaaten der EU, in denen es einen nationalen Mindestlohn gibt, können in drei Hauptgruppen unterteilt werden, und zwar auf der Grundlage der Höhe dieses Lohns in Euro. Im Januar 2015 lag der Mindestlohn in zehn Mitgliedstaaten unter 500 Euro pro Monat: in Bulgarien (184 Euro), Rumänien (218 Euro), Litauen (300 Euro), der Tschechischen Republik (332 Euro), Ungarn (333 Euro), Lettland (360 Euro), der Slowakei (380 Euro), Estland (390 Euro), Kroatien (396 Euro) und Polen (410 Euro). In fünf Mitgliedsstaaten lag er zwischen 500 und 1.000 Euro pro Monat: in Portugal (589 Euro), Griechenland (684 Euro), Malta (720 Euro), Spanien (757 Euro) und Slowenien (791Euro).

Mindestlohn in den USA vergleichsweise gering

In den übrigen sieben Mitgliedstaaten lag der Mindestlohn deutlich über 1.000 Euro pro Monat: im Vereinigten Königreich (1.379 Euro), Frankreich (1.458 Euro), Irland (1.462 Euro), Deutschland (1.473 Euro), Belgien und den Niederlanden (jeweils 1.502 Euro) sowie in Luxemburg (1.923 Euro). Im Vergleich dazu lag der auf Bundesebene geltende Mindestlohn in den Vereinigten Staaten im Januar 2015 nur knapp über 1.000 Euro pro Monat (1.035 Euro).

Der in Landeswährung ausgedrückte Mindestlohn war im Jahr 2015 in jedem Mitgliedstaat, in dem es einen nationalen Mindestlohn gibt, höher als im Jahr 2008. Einzige Ausnahmen waren Griechenland, wo er um 14 Prozent fiel, und Irland, wo er unverändert blieb. Die stärksten Zuwächse im Zeitraum 2008 bis 2015 wurden in Rumänien mit einem Plus von 95 Prozent, Bulgarien mit einem Zuwachs von 64 Prozent, der Slowakei mit 58 Prozent mehr und Lettland mit 57 Prozent Zuwachs verzeichnet.

Blick auf nationale Preisniveaus ändert Ranking

Die Unterschiede zwischen den Mindestlöhnen in den Mitgliedstaaten der EU sind erheblich geringer, wenn Preisniveauunterschiede beseitigt werden: Die Mindestlöhne in den Mitgliedstaaten mit relativ niedrigeren Preisniveaus werden vergleichsweise höher, wenn sie in Kaufkraftstandards (KKS) ausgedrückt werden.

Umgekehrt werden die Mindestlöhne in den Mitgliedstaaten mit höheren Preisen dann relativ gesehen niedriger. Der Abstand zwischen den Mindestlohnsätzen in den EU-Mitgliedstaaten verringert sich dabei von einem Verhältnis von eins zu zehn in Euro auf ein Verhältnis von eins zu vier in KKS, wobei er von 380 KKS pro Monat in Bulgarien bis 1.561 KKS in Luxemburg reicht.

Wenn die Preisniveauunterschiede herausgerechnet werden, rücken sechs Mitgliedstaaten (die Tschechische Republik, Kroatien, Lettland, Ungarn, Polen und die Slowakei) von der unteren Gruppe (unter 500 Euro pro Monat) in die mittlere Gruppe (500 bis 1.000 KKS pro Monat) auf.

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