Nächste Runde im Nordmazedonien-Streit: Bulgarien bestellt kroatische Botschafterin ein

Das bulgarische Außenministerium hat die kroatische Botschafterin zu einem Gespräch einbestellt, nachdem der kroatische Präsident Zoran Milanović die Außenpolitik Sofias in Sachen EU-Erweiterung scharf kritisiert hatte.

EURACTIV.com
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Die Führung in Sofia pocht seit längerem auf eine einheitliche Position zur gemeinsamen Geschichte, zum Ursprung der mazedonischen Sprache und auf Garantien gegen künftige territoriale Ansprüche Nordmazedoniens gegenüber Bulgarien. [<a href="https://www.shutterstock.com/de/image-illustration/north-macedonia-bulgaria-two-folded-flags-1832856019" target="_blank" rel="noopener">Shutterstock/Nina Images</a>]

Das bulgarische Außenministerium hat die kroatische Botschafterin in Sofia, Jasna Ognjanovac, zu einem Gespräch einbestellt, nachdem der kroatische Präsident Zoran Milanović die Außenpolitik Sofias scharf kritisiert hatte.

Milanović hatte erklärt, Bulgarien bringe Nordmazedonien „in eine aussichtslose Position“ in Sachen EU-Beitrittsgespräche.

„Die derzeitige offizielle Politik eines EU-Mitgliedsstaates greift in das Innerste des nordmazedonischen Staates ein. Ich werde mich dem offen widersetzen. Wenn das Ziel ist, den Schwächeren zu zerstören, nur weil er schwächer ist, endet das nie gut,“ wurde Milanović am Dienstag in zahlreichen bulgarischen Medien zitiert.

Bulgariens Führung bezeichnete das Statement des kroatischen Präsidenten ihrerseits als „inakzeptabel und ungerechtfertigt“.

Seine Aussagen seien „enttäuschend, nicht nur angesichts des ausgezeichneten bilateralen Dialogs zwischen Sofia und Zagreb und der Übereinstimmung bei einer Reihe von Themen auf der europäischen und regionalen Agenda, sondern auch angesichts der Tatsache, dass Bulgarien und Kroatien als unmittelbare Nachbarn in der Region durch das gemeinsame Interesse an Reformen, Stabilisierung und der baldigen Integration der Länder des Westbalkans in die EU natürliche Gemeinsamkeiten haben,“ hieß es in einer Stellungnahme.

Darüber hinaus wurde betont, der Prozess der EU-Integration solle auf den „eigenen Errungenschaften“ eines jeden Landes basieren. Dabei müssten die Grundwerte der Union, einschließlich des Prinzips einer „guten Nachbarschaft“, respektiert werden.